Spieler (m) spielt Char (w)

Viele Frauen verstehen nicht, warum Männer, in Spielen, gerne weibliche Charaktere spielen. Entgegen der Meinung der … nennen wir sie einmal „alten Medien“, hat diese Entscheidung wenig bis gar nichts mit einer sexuellen Identitätskrise der männlichen Spieler zu tun.

Warum spielen Männer nun also lieber weibliche Charaktere?

Bevor ich beginne sei gesagt, dass nicht alle Männer bei allen Spielen lieber weibliche Charaktere spielen. So ist, laut einer Studie, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler einen weiblichen Avatar in dem Spiel „Pokemon“ verwendet deutlich geringer, als bei diversen Onlinespielen oder anderen RPGs. An dieser Stelle möchte ich direkt mit dem ersten Grund beginnen, warum dem so ist.

Viele Spieler, vorallem jüngeren Alters, erhoffen sich im Onlinespiel Vorteile, wenn sie einen weiblichen Charakter spielen. Die Spieler gehen üblicherweise mit Frauen anders um, als mit Männern. Wenn sie sich dann noch als Spieler weiblichen Geschlechts ausgeben, ist es nicht unüblich, dass Sie, sofern möglich, Geschenke, Ingamewährung oder einfach nur Beachtung erhalten. Gerade jüngere Spieler fallen auf so einen Trick rein, verwenden ihn aber auch häufig. Aus diesem Grund setzte sich auch die Abkürzung: „G.I.R.L – Guy in real life“ durch, was so viel heißt wie: Kerl im richtigen Leben.

Der nächste wichtige Grund ist, dass viele Optionen für männliche Charaktere zum Teil gar nicht zur Verfügung stehen. Dies hat man üblicherweise bei klassischeren Rollenspielen. Der Hauptcharakter agiert im Spiel und muss daher bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um bestimmte Aktionen durchführen zu können. Ist dies nicht möglich, muss der Spieler neu anfangen. Dieser Kunstgriff ist meiner Meinung nach eine Idee der Spiele Entwickler um mehr Frauen an die Konsolen und den PC zu bringen?  Total abstrus wird es allerdings, wenn das Spiel Flirt- und Partnerschaftselemente aufweißt und die Beziehungen Boni bringen. Siehe dazu Dragon Age Origins.

Der nächste, für mich, sehr entscheidende Grund ist: Das Outfit. Wieso in Odins Namen muss ich als männlicher Charakter eine „Robe“ tragen? Ich meine, es wäre ja an sich nichts schlimmes, wenn es typische Roben wären aber in den meisten Rollenspielen sehen die Roben aus wie das Kleidchen von Kelly aus der Nachbarschaft, die gerade ihren 16 Geburtstag feiert. My sweet 16.. Was soll das denn? Wer kommt denn bitte auf die glorreiche Idee, einen Badass-Magier zu erschaffen, der mit einem Wimpernschlag ganze Heerscharen von Zombies, Ghulen und sonstigen Gezücht ausrotten kann und Verdammnis über ganze Regionen bringen kann und steckt ihn in ein Kleid?! Hirnverbrannt sowas! Da lobe ich mir Spiele wie Aion. Da kann der Heiler zumindest Kettenrüstungen tragen.

Des Weiteren haben wir das Charaktermodell. Ich kenne viele die sagen: Ich schaue lieber die ganze Spielzeit auf einen weiblichen Hintern, als auf einen männlichen. Ja. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Allerdings ist auch meistens der Detailreichtum bei weiblichen Charakteren und Outfits ausgereifter. Wo männliche Avatare nur stumpf Hosen und eine mehr oder minder schwere dunkle Brustplatte tragen, so tragen weibliche Charaktere alle möglichen Formen und Farben an Kleidung. Selbst Plattenbesetzte Rüstung sieht in WoW aus wie ein Latexanzug. Noch kurz zu den Charaktermodellen. Das krasseste Beispiel ist mir bei Wildstar aufgefallen. Hier ein männlicher Draken:

Männlicher Draken - Spieler

Männlicher Draken

Nun nehmen wir im Vergleich dazu mal einen weiblichen Draken:

Weibliche Draken - Spieler

Weibliche Draken

Ihr seht, worauf ich hinaus will? Dieses Muster zieht sich durch viele Spiele. Selbst bei Skyrim haben die männlichen Katzengestalten echt schlimme Proportionen, wohingegen die weiblichen… nun, auch nicht unbedingt natürlich wirken, aber durchaus ansehnlicher wirken. Wieso sollte sich ein Spieler so etwas freiwillig antun?

Diese ganzen Gründe sprechen bei einem männlichen Spieler dafür, einen weiblichen Charakter zu wählen. Ein Grund allerdings, den viele außer Acht lassen, da sie ihn wahrscheinlich nicht einmal wirklich ausmachen können, ist psychologischer Natur.

In dem Buch Multiplayer hat Jannis Becker sehr gut beschrieben, was genau dieser Aspekt ist, auch wenn er sonst ein RPG wohl nur vom Cover oder von Frontal 21 kannte. Männer und Frauen ticken unterschiedlich. Diese bahnbrechende Erkenntnis haben schon viele Menschen gemacht. Nun ist es aber so, dass Frauen, wenn sie vor dem Charaktereditor sitzen, in den meisten Fällen versuchen sich selbst darzustellen, beziehungsweise sich – wie sie sich gerne hätten. Sie versuchen mit ihrem Avatar quasi ihre eigenen Ziele darzustellen, sich nach außen hin so zu geben wie sie sein möchten. Männer hingegen erschaffen sich Dinge die sie sich wünschen. So kommt es häufig vor, dass der Charakter eines Onlinespielers dem Ideal seiner Traumfrau nahe kommen soll. Häufig stark, unabhängig und „gefährlich“. Ganz extrem wird es dann, wenn es wirklich in Richtung Online-Rollenspiel geht. Hier werden dann die Charakterzüge komplett ausgemalt. Ab diesem Punkt spare ich mir allerdings weitere Vermutungen bzw. Aussagen, da mir da einfach die Erfahrung fehlt. Natürlich könnte man nun argumentieren und eine Metapher ziehen, die darauf hinausläuft, dass Frauen eher ICH-bezogen sind und Männer eben mehr auf das andere Geschlecht als auf sich selbst achten. Bis zu einem gewissen Grad kann ich hier sogar zustimmen, möchte aber davon abraten das allzu extrem oder ernst zu sehen.

Fazit – Spieler spielen was gut ist

Frauen und Männer haben nicht nur unterschiedliche Ansichten, sondern auch Möglichkeiten. Wie im realen Leben auch, da brauchen wir uns gar nichts vorzumachen meine verehrten Feminazis, haben Frauen einfach einige Vorteile gegenüber Männern. Alles in allem kann man allerdings sagen, dass es nicht den einen Grund gibt warum Männer häufig weibliche Charaktere spielen, sondern viele. Fallen diese weg, wie im eingangs erwähnten Pokemon Spiel, so wird ein Mann auch eher dazu tendieren einen männlichen Charakter zu erschaffen.

Anmerkung des Chronisten: Natürlich gibt es auch Frauen die männliche Charaktere spielen. Online meistens um nicht ständig angemacht zu werden und in Ruhe spielen zu können, offine einfach weil es nicht anders geht oder weil sie einfach Lust dazu haben. Das ist auch eine weitere Kernaussage die ich gerne treffen würde. Es ist ein Spiel. Diese sind dazu da um zu unterhalten. Man sollte nicht zu viel hinein interpretieren. 

Meine Meinung.


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