Deutscher Soldat – Ein Vergleich

Deutscher Soldat

Deutscher Soldat - Frankreich

05.06.1944 18:23 Uhr – Pas-de-Calais – Frankreich

Ich hasse diesen Krieg.

Das Feldkommando übertrug uns heute die Sicherung der Nordküste. Die Feldlager sind still.

Die Ordensträger rechnen jeden Tag mit einer Invasion der Alliierten. Sie haben von der Operation Overlord gehört. Unsere Spione konnten großflächige Truppenbewegungen ausmachen.

Als die Boykottierung der Juden begann ahnten wir bereits, dass es demnächst ziemlich haarig werden dürfte. Ich schickte Helen zu ihrer Familie nach Luxemburg um dort die Bürgerkriegsähnlichen Zustände abzuwarten die ich erwartete.

Ich hätte niemals ahnen können, dass ein Weltkrieg losbricht.

Ich vermisse sie.

Als die Unruhen begannen war ich noch Zivilist und arbeitete in der Metallindustrie. Die Zeiten waren hart doch es reichte aus. Ich nahm von meinem Lohn was ich brauchte und schickte den Rest zu Helen.

Es war kein gutes Leben, aber ich wusste dass sie in Sicherheit war. Wir sahen uns noch ab und an, wenn ich genügend Geld für eine Fahrt in die Niederlande gespart hatte. Solange die Grenzen noch offen waren.

Beim Ausbruch des Krieges kamen immer häufiger Rekrutierungstruppen der deutschen Armee. Ich meldete mich nicht. Hitlers Reden, so aufbrausend sie auch gewesen sein mochten, hatten mich nicht überzeugt.

Dies hier ist nicht mein Krieg.

Irgendwann begannen sie damit Zivilisten zu zwangsrekrutieren. Nach und nach wurde es still an meinem Fließband. Es gab immer mehr Doppelschichten, bis ich dann vor einigen Monaten ebenfalls mit einem sehr überzeugenden Argument in Form eines Kolben der neuen Stg44, zur Wehrmacht berufen wurde.

Das selbe Modell, welches jetzt gerade auch neben mir liegt.

Ich weiß nicht ob ich diesen Krieg überleben werde. Ich weiß nicht einmal ob ich den heutigen Tag überleben werde. Das ist nicht mein Kampf. Es ist auch nicht mein Krieg. Es ist etwas anderes für eine Sache zu Kämpfen und zu sterben an die man glaubt als an eine Sache an die man nicht glaubt.

Ich habe veranlasst, dass Helen meinen gesamten Sold erhält. Sie soll es gut haben da wo sie nun ist. Immerhin wird sie in einigen Wochen für Zwei Sorgen müssen. Dafür… nun, dafür würde ich kämpfen.

Deutscher Soldat – 05.06.1944 – Gefallen am 06.06.1944. D-Day

Deutscher Soldat - Belgien

09.08.2021 21:53 Uhr – Koksijde – Belgien

Ich hasse diesen Krieg.

Als ich hierher versetzt wurde, mussten meine Einheit und ich noch über den Namen des Ortes lachen. Koks. Wir hatten Witze gemacht.

Als wir den ehemaligen Kurort dann sahen, wurde uns anders. Zerbombte Ferienhäuser, zerstörte Strandwagen.

Die Ordensträger vermuten eine Invasion über die Nordseite. Skandinavien hatte den Seeweg frei gemacht um ihren eigenen Schwanz aus der Schlinge zu ziehen. Tolle Verbündete.

Aber wer hätte auch damit gerechnet, dass Mitglieder der Nato aufeinander los gehen würden? Alle erwarteten einen Krieg zwischen Russland und den USA oder eine Eskalation im Iran/Irak Konflikt.

Niemand hätte gedacht, dass wir so angegriffen werden…

Als die Gewaltausartungen der Pegida Bewegung deutlich zunahmen, schickte ich Sandra mit ihrer Familie nach Luxemburg um dort die Aufstände abzuwarten die ich erwartete.

Ich hätte niemals ahnen können, dass ein Weltkrieg losbricht.

Ich vermisse sie.

Als die Unruhen nach der Wahl des AfD Kanzlerkandidaten “Herbert von Rechts” 2017 starke Konflikte mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump nach sich zogen, wurden Aufschreie aus der Bevölkerung nicht weiter ignoriert.

Es wurde mit Gewalt vorgegangen.

Russland bot ihre Hilfe im Kampf gegen die inneren Unruhen an, doch von Rechts zeigte Putin nur den Finger und begann kurz darauf politische und wirtschaftliche Bündnisse aufzuheben.

Die Deutschen bäumten sich daraufhin auf und bekriegten sich täglich mit Flaschen Steinen und Feuerwerkskörper. Überall brannten nun nicht nur Asylheime sondern Mehrfamilienhäuser und Schrebergärten.

Die Unruhen konnten erst mit dem Ausbruch des Krieges beseitigt werden.

Als der erste Atomsprengkopf aus den USA fiel, saß ich unter einem getarnten Flachdach in einem unbedeutenden Waldstück. Die beiden Militärpolizisten die ich bei der Suche nach mir Überwältigen konnte, hatte ich gefesselt und ihrer Waffen beraubt in einer Talsenke zurück gelassen.

Ich sinnierte darüber, wie gut es doch für Deutschland war den Euro-Rettungsschirm so lange durch zu lassen.

Polen, Griechenland, die direkt anliegenden Regionen Deutschlands und sogar Teile der Norwegischen Armee hatten sich auf die Seite Deutschlands gestellt, wodurch wir nun einen mehr oder minder starken Schutzring hatten.

Einen Schutzring, der verteidigt werden musste.

Luxemburg hatte sich glücklicherweise wie die Schweiz und Kanada neutral verhalten. So besteht wenigstens keine Gefahr für Sandra.

Das war vor zwei Monaten. Kurz darauf wurde ich von einem Schulterstück des G36 am Hinterkopf getroffen.

Nunja und nun bin ich hier. Sie hatten mich doch noch erwischt.

Dies hier ist nicht mein Krieg.

Ich weiß nicht ob ich diesen Krieg überleben werde. Ich weiß nicht einmal ob ich den heutigen Tag überleben werde. Das ist nicht mein Kampf. Es ist auch nicht mein Krieg. Es ist etwas anderes für eine Sache zu Kämpfen und zu sterben an die man glaubt als an eine Sache an die man nicht glaubt.

Ich wollte diesen Krieg nie. Ich wollte nicht einmal die Alternative für Deutschland an der Spitze sehen. Ich wollte nur ein friedliches Leben führen.

Ich habe veranlasst, dass Sandra meinen gesamten Sold erhält. Sie soll es gut haben da wo sie nun ist. Immerhin muss sie seit einigen Monaten für zwei sorgen. Dafür… nun, dafür würde ich kämpfen.

Deutscher Soldat – 09.08.2021 21:53 Uhr – Gefallen am 09.08.2021. Tag der Invasion der belgischen Küste. Ende des dritten Weltkrieges.


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