Positiv, Negativ, Relativ

An dieser Stelle möchte ich nur einen relativ kurzen Beitrag veröffentlichen, positiv oder nicht.

Grund dafür ist die Entwicklung der letzten Tage, ein wenig Feedback aber vor allem einige Gedanken die ich mir rund um meinen Blog, vor allem aber über meine Themen und Artikel gemacht habe. Ich möchte euch heute an meinen Überlegungen teilhaben lassen.

Wo fange ich an…

Nicht nur andere, sondern auch mich selbst muss ich immer mal wieder reviewen. Aktuell würde ich, zumindest zu meinem letzten Artikel, keine Blogempfehlung für drizzisblog aussprechen.

Aber starten wir beim Anfang. Als ich vor einiger Zeit über lightinthewild berichtet hatte, kamen mir während der Vorbereitungszeit schon einige Zweifel. Nicht am Artikel selbst, die schreibe ich so wie ich sie wirklich meine, sondern über die vorhergegangenen Artikel, Themenfindung und meine Schreibweise.

Die Geschichte

Kurz zur Erklärung. Ich bin damals mit der Intention in den Blog gestartet, ein wenig von meiner Meinung zu Verbreiten. Längere Texte zu verfassen als die übliche Kommentarbox erlaubt oder einfach einige Themen zu sammeln und später zu verarbeiten.

Nach und nach bin ich jedoch dazu übergegangen aktuelle Themen, beziehungsweise Themen die mich beschäftigen, in eine Textform zu bringen und meine Meinung ungefiltert zu veröffentlichen. Ich versuchte jedoch immer eine positive Botschaft zu vermitteln oder zumindest Lösungsvorschläge zu bringen.

Daraus wurde relativ schnell ein sehr ernster und häufig kritikreicher Blog, bei dem so manches Schimpfwort gefallen ist. Gerade mein letzter Artikel, Feminazis und Feministen litt sehr unter diesen Umständen. Bei einigen Themen fragte ich mich wirklich, ob ich es so veröffentlichen sollte. Grundgedanke war allerdings immer noch, dass meine Meinung ungefiltert ins Netz kommen soll. Immerhin ist es meine Meinung, welche ich aus angegebenen Quellen gewonnen habe. Da kann nicht viel dran verkehrt sein, oder?

Nun, leider doch.

confusionWie gesagt, war ich mit meinem letzten Artikel so gar nicht zufrieden. Die Kernaussage war zwar da  und ich denke ich habe auch die Gründe mit einbringen können, wieso genau ich die Feminazis nicht wirklich leiden kann, aber es fehlte dem Artikel an jeglichem Charme und ist unübersichtlich aufgebaut. Im Endeffekt ist er nichts weiter als eine Sammlung von Beleidigungen… Nein das stimmt so auch nicht.

Genau genommen enthält er alles, was die vorhergehenden Artikel ebenfalls hatten. Wissen, eine Nachricht, persönliche Erfahrung und einen Hauch Humor.

Allerdings war der Humor nicht wirklich gut, das “Wissen” basiert zum Teil auf persönlichen Erfahrungen und Theorien der Marke Aluhütchen. Die Nachricht war versteckt und ich widersprach mir selbst sehr häufig in diesem Artikel.

Die Thematik war schlecht gewählt, doch es musste eine Erklärung dazu geschrieben werden. Andernfalls hätte man in vorhergehenden und vielleicht noch folgenden Artikeln falsche Schlüsse ziehen können. Daher musste ich Kompromisse machen.

Das Umdenken

Wie bereits gesagt, kamen mir die ersten Zweifel an meiner Einstellung, während ich für den Artikel zu lightinthewild recherchierte. Heute weiß ich, was mich an Aarons Stil so gestört und fasziniert hat. Er schreibt vollkommen freundlich. Vorher konnte ich das nicht ausmachen. Dazu komme ich gleich aber noch einmal zurück.

Aaron und ich kamen also ins Gespräch um die Vorbereitungen für den nächsten Artikel zu treffen. (Es wird ein Interview). Wir schrieben ein wenig über dies und das und natürlich über die Blogs. Eine seiner Aussagen bezüglich meiner Artikel brachte mich allerdings zum nachdenken. Sinngemäß ging es darum, dass man meine Artikel wirklich lesen muss- und nicht nur überfliegen. Sonst meint man “Das kann er doch nicht schreiben!”. Außerdem würde seinen Artikeln wohl eine klar polarisierte Meinung fehlen.

Ich habe immer schon gerne mit den Klischees gespielt und schrecke auch nicht davor zurück Tacheles zu schreiben. Eine klare Meinung, oder zumindest eine Begründung warum keine klare Meinung vorhanden ist, sollte der Grundstein für jeden Artikel in meinem Format sein, sonst hat es keinen Zweck. Erfahrungsberichte, wie sie Aaron macht, brauchen so etwas in der Regel nicht. Daher nochmal an dieser Stelle: Alles gut. Bleib wie du bist Smiley

Ich las zwischendurch noch einige ältere Artikel und stellte fest, dass es vor allem die “aktuellen” Themen sind, die extreme negative Aussagen geradezu in die Welt hinaus spucken. Was soll ich dazu sagen… Man hört ja nun mal wenig gute Nachrichten und im Radio bringen sie auch viele merkwürdige Dinge. Außerdem beschäftigen einen negative Nachrichten und Gedanken länger, als positive. Dementsprechend bleiben sie auch lang genug im Gedächtnis, damit ich genügend Stoff für einen Artikel erhalte.

Die Artikel zur Krisenvorsorge, die Reviews und die Empfehlungen sind meiner Meinung nach zum Teil recht Gönnerhaft geschrieben. Das ist allerdings auch verdient, denn ich würde nicht über die vorgestellten Personen schreiben, wenn ich ihnen nicht den Erfolg gönnen würde und ich ihre Arbeit nicht zu schätzen wüsste. Daher werde ich in dieser Kategorie wohl normal weiter schreiben.

In der Krisenvorsorge kann ich aktuell nicht viel machen, da die Recherchen zum Bug-Out-Bag anhalten. Es gibt zu viele Meinungen und zu viel Wissen zu sammeln und das obwohl ich selbst einen habe. Ich weiß aber, dass dieser nicht wirklich vollständig ist und ich möchte diesen wichtigen Artikel nicht nebenher schreiben müssen.

question-622164_960_720[1]Es kam dazu, dass ich überlegte welche Art Artikel ich als nächstes schreibe. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht ganz bewusst, wo mein Problem lag. Das kam erst, nachdem ich den Artikel über Köln noch einmal gelesen habe.

Ich hatte die Wahl zwischen dem Thema: Teuer oder Preiswert (Was macht für Anfänger themenunabhängig mehr Sinn?) oder einer Kanalempfehlung für Benjamin Claussner.

Ich machte es von Benjamin abhängig. Ich schrieb ihn mit Link zu meinem Blog an, ob es für ihn in Ordnung wäre, wenn ich einen Artikel über ihn und seine Projekte schreibe. (Das mache ich üblicherweise immer so, wenn die Möglichkeit besteht. Manchmal kommt keine Antwort, dann kommt auch kein Artikel. Schade teilweise.) Da ich zum Teil Fremdmaterial für die Bilder des Artikels verwenden möchte, muss ich eben den Ersteller der Bilder um Erlaubnis fragen.

Soweit so gut. Nach einem Tag kam dann die Antwort, die mich zum nachdenken anregte. Im Groben sagte sie aus, dass er grundsätzlich dafür wäre, der Blog dafür jedoch positiv sein sollte, da er gerne positiv eingestellte Zuschauer hat. Ich nehme an er meinte, dass ich keinen Hasskommentar oder sowas schreiben sollte. Er hatte da schon ungünstige Erfahrungen mit. Das hatte ich nicht vor, jedoch brachte mich die Aussage zum grübeln. Ist mein Blog positiv eingestellt? Geht das überhaupt, wenn man (auch) über aktuelle Ereignisse berichten möchte, die meistens eher negativ sind?

Wie gesagt, bin ich mir bei den Themen außerhalb der Nachrichten und “Anti”-Bewegungen recht sicher, dass sie eher einen positiven Eindruck hinterlassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich jedoch den Artikel bezüglich der Feminazis fertig gestellt und hoch geladen. Das gab mir dann doch zu denken. Seit einiger Zeit überlege ich schon, wie ich das Thema ansprechen soll, dass die Menschen als solche keinerlei Aufmerksamkeit mehr auf ihre Umgebung lenken und eindeutig nur noch an sich selbst interessiert sind. Bis heute kam ich nicht dazu den Artikel fertig zu schreiben, ohne das Verlangen zu verspüren meine Tastatur zu zerbeißen.

Und nun? Positiv? Negativ? Relativ!

Ja, und was nun…?

Gerade wenn man meine Einträge mit denen von Aaron vergleicht, so hat man bei meinem Blog nicht unbedingt das “Feelgood”-Feeling. Im Vergleich mit anderen Blogs ist es so, dass die Themen sich recht häufig schneiden. Wenn ich nun allerdings den Blog Pinksliberal aufrufe, so habe ich ganz klare Aussagen und Kritik an der Politik, sowie teilweise recht derbe… Kritik mit in den Artikeln.

Versteht mich nicht falsch. Ich will mich nicht in meinem Schreibstil verändern oder jemanden kopieren. Allerdings folge ich einigen Blogs und kenne die teilweise massiven Unterschiede.

Ich weiß, dass die Art Artikel, wie sie der Feminazi Artikel ist, durchaus viele Anhänger haben kann und definitiv viel wahres enthält, jedoch möchte ich nicht, dass mein Blog hauptsächlich durch Kritik und Hassartikel dominiert wird.

Endauslöser für diesen heutigen Artikel war die Aussage eines Freundes, dessen Mutter mal über meinen Blog gestolpert ist. Sie meinte wohl zu ihm, dass er nicht so viel politisch radikalen Kram posten soll. Nun, wie Aaron bereits feststellte, muss man meine Artikel wirklich lesen und nicht nur überfliegen. Sonst denkt man so etwas. Gerade der Punkt “politisch” ist so eine Sache, immerhin erwähne ich immer wieder, dass ich mich aus der Politik komplett raus halte, weil mir dafür einfach die notwendige Erfahrung und Ahnung fehlt. Meine Artikel drehen sich hauptsächlich um gesellschaftliche Themen.

Es zeigte jedoch, dass die Absprungrate relativ hoch sein kann, wenn man meine Artikel nur Quer liest. Im Grunde könnte mir das ja egal sein, da ich keine bestimmte Zielgruppe habe und auch nicht auf Tausende Besucher am Tag angewiesen bin. Ich möchte allerdings, dass man meine Meinung versteht und meinen Standpunkt nachvollziehen kann.

think-622166_960_720[1]Ein weiterer Punkt war, dass ich mich selbst unter Druck gesetzt habe. Zeitweise kam jeden zweiten Tag ein neuer Artikel online. Wenn man bedenkt, dass jeder Artikel mindestens 3.000 Wörter beinhaltet und dazu noch SEO technisch optimiert wird, so kann man schon von einer recht langen Arbeitsspanne ausgehen. Immerhin will der Text ja korrigiert und optimiert werden. Es müssen Teile entfernt oder ergänzt werden, Bilder hinzugefügt werden und all solche Sachen. Das frisst Zeit und auf Dauer die Lust. Schreibe ich heute einen Artikel und veröffentliche ihn, so muss ich am nächsten Tag den nächsten schreiben, um sicher zu sein, dass er am übernächsten fertig ist. Darunter litt die Qualität. Denn wie bei der Kunst ist es bei Texten so, dass einen erst einmal die Muse küssen muss, und man einfach die Lust zum Schreiben, sowie ein Thema haben muss. Das ist teilweise nicht der Fall.

Außerdem benötigen einige Themen eine intensivere Vorbereitungszeit und Recherche. Vieles kann man nicht “on the fly” recherchieren. Einiges benötigt auch eine Art Umfrage, wie ich sie aktuell zu Open Office und Libre Office durchführe. Gut Ding will Weile haben.

Ich fuhr den Artikelfluss auf 2-3 Artikel pro Woche herunter, was meiner Meinung nach eine durchaus angenehme Aktualisierungsrate ist. Sowohl für euch, als auch für mich.

Nun ist es allerdings so, dass ich aus beruflichen Gründen dieses Jahr keinen richtigen Urlaub hatte und im letzten halben Jahr keine freien Tage nehmen konnte, ohne ein bürokratisches Chaos zu veranstalten. Dementsprechend sank meine Laune.

Wie gesagt, ich werde meinen Schreibstil nicht ändern. Ich werde auch weiterhin Tacheles schreiben. Allerdings werde ich anders an die Artikel heran gehen. Es werden weiterhin positive und negative Aspekte erwähnt, weiterhin meine eigene Meinung dazu geschrieben und weiterhin gegen oder für Gruppen geschrieben. Ich werde es nur in einer positiveren Stimmung schreiben.

Zwangspausen sind wichtig für einige Blogger und ich stellte fest, dass auch bei mir, zumindest nach einer langen Zeit ohne Urlaub, der Stresspegel extrem schnell ansteigen kann und meine Laune rapide in den Keller sackt. Der Schreibfluss leidet, die Blackouts häufen sich, was mich ärgert und ich das Fluchen anfange.

Daraus resultieren dann schlechte Artikel.

Die Konsequenz dieser Geschichte ist also, dass ich in der nächsten Zeit so wenig wie möglich gesellschaftliche Themen bearbeite, sondern mich mehr auf Reviews, allgemeine Gedanken, Ideen und meinem Prepping Tool konzentrieren werde. Zumindest bis ich wieder Urlaub hatte. Smiley

Meine Texte sollen zum nachdenken anregen und vielleicht die ein oder andere alternative Sichtweise aufdecken, nicht jedoch einen Hassprediger aus mir machen.

Wundert euch also bitte nicht, wenn irgendwo irgendwas in die Luft fliegt und ich keinen Artikel darüber schreibe. Es gab in der letzten Zeit so viele negative Einflüsse in Deutschland, die keinesfalls verschwiegen oder übersehen werden dürfen, aber meine Meinung zu diesen Themen werde ich erst dann wieder schreiben, wenn ich mir sicher sein kann, dass ich alle Seiten durchleuchtet habe und nicht nur das gelesen habe, was ich wollte. Ich denke, das ist am fairsten euch und auch mir gegenüber.

In diesem Sinne schaue ich mir noch Psychonauts S01E07 – Die GPK und der Knopf von Brackfllo an, das kam nämlich gerade online, und wünsche euch ein erholsames Wochenende. Spätestens Montag sehen wir uns entweder mit einem Interview mit Aaron, einer Kanalempfehlung oder aber einem allgemeinem Beitrag wieder.

 

 

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PS: Wenn ihr selbst eine Meinung zu den Artikeln, oder meiner Entscheidung los werden möchtet, so habt ihr jetzt in den Kommentaren die Chance dazu Zwinkerndes Smiley

positiv


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