Videospiele sind Zeitverschwendung

Videospiele…

Es gibt Tage oder Momente in meinem Leben in denen ich mir einfach mal eine Minute Zeit nehme und darüber nachdenke, wie ich mein Leben so lebe. Wie ich im Vergleich zu anderen, meist berühmten Persönlichkeiten da stehe, wie andere ihr Leben führen und wie mein Leben so an sich verläuft.

Meistens komme ich dabei auf ein und die selbe Aussage:

Meh. Doing well…

Manchmal denke ich dann darüber nach was ich in meiner Freizeit so mache und um was sich meine Gedanken so drehen. In den meisten Fällen komme ich zu dem Schluss, dass ich eine ungesunde Einstellung zu Videospielen als solche habe. Ich stelle mir dann immer wieder die Frage: Sind Videospiele Zeitverschwendung?

Die Meinung der Unwissenden

Glaubt man den Vertretern der (meisten) alten Medien, so ist die Antwort ein ganz klares “JA!”. Sei es Frontal 21, ZDF Interviews oder Spiegel TV, sie alle vertreten die Meinung, dass Videospiele nicht nur Zeitverschwendung sind, sondern auch das gesundheitliche und geistige Wohl gefährden. Darüber sind sich Psychiater Manfred Spitzer, die selbsternannte “Spieleexpertin” Regine Pfeiffer, Autoren wie Friedrich Denk oder andere mir persönlich doch recht suspekte und vor allem verfickt alte Menschen einig.

Eines allerdings haben diese Subjekte mit Technik-Tourette allerdings gemeinsam. Sie alle haben, wenn überhaupt, gerade mal schlappe Fünf Stunden selber gespielt. Die so genannte “Spieleexpertin” Pfeife, äh Pfeiffer lässt sich die Spiele beispielsweise nur vorspielen! Das ist in etwa so als würde ein (katholischer) Pfarrer einen Porno gucken und sich dann als Sexualpädagoge klassifizieren wollen!

Pfeiffer zeigt hier sehr offen was mit unserer Gesellschaft schief läuft

Pfeiffer zeigt hier sehr offen was mit unserer Gesellschaft schief läuft

Ich weiß, dass Frau Pfeiffer seit einem Disput mit Fabian Siegismund 2013 nichts mehr im Netz getan hat, außer dieses geschmacklose Bild auf ihre Facebookseite zu laden (Schämen Sie sich!). Daher nehme ich an, dass dieser Beitrag niemals Ihre Aufmerksamkeit erregen wird. Sollte es wider allen Umständen doch dazu kommen, lassen Sie sich folgendes gesagt sein:

Genug geraged

Man merkt mir an, dass sich aufgrund dieser und anderer Vorfälle wie der Skandalbeitrag von RTL bezüglich der Gamescom 2011, einige Aggressionen angestaut haben. Kritiker werden nun sagen: “Getroffene Hunde bellen”… Nunja. Ich bin eher ein Hund der beißt. Wie dem auch sei, man findet bei Google für alles Bestätigung wenn man nur lange genug sucht und die richtigen Suchbegriffe nennt. So auch für Fakten gegen die Videospiele.

Nur eines sei noch gesagt. Ich diskriminiere niemanden, auch nicht aufgrund seines Alters. Meinetwegen kann man mit 72 noch zocken und ein “Spieleexperte” sein. Ist okay. Wenn es denn dann auch stimmt!

Zurück zum Thema

Aber darum sollte es ja nicht gehen. Wir waren bei dem Thema, ob Videospiele nun Zeitverschwendung beziehungsweise verschwendete Lebenszeit sind.

Da haben wir allerdings ein recht komplexes Thema, weil es sowohl Philosophie, Psyschologie und auch einiges an… Äh… Nennen wir es mal Mythologie vereint.

Ich möchte auf eine Sichtweise eingehen, die der oben genannte Herr Denk im ZDF bei der Sendung “Log-In” beschrieb:

“Anstatt Videospiele zu spielen könnte man auch ein Buch lesen oder sich einfach mit seinem Gegenüber unterhalten.”Videospiele

Das war so ziemlich die Kernaussage Herrn Denks. Nun ist es, zumindest bei mir, so, dass ich relativ wenig Intentionen dazu habe, mich mit wildfremden Menschen zu unterhalten. In den meisten Fällen artet das nur in Smalltalk aus und ich muss bei der Arbeit bereits oft genug über das Wetter sprechen. Das langweilt auf Dauer.

Aber ich möchte die Aussage dennoch aufnehmen und noch ein Stück weit erweitern.

Anstatt ein Buch zu lesen, wäre es da nicht besser sich fortzubilden? Aber was mache ich dann mit dem Wissen? Mir einen besser bezahlten Job suchen? Und dann? Dann lebe ich um zu arbeiten und das ist nach den allgemeinen Standards ja nun auch keine Lebensweise. Man soll ja immer das tun was einen glücklich macht und das sind meistens die Freunde, Familie und Hobbies. Nun ist mein Hobby aber die Videospiele. Statt diese zu spielen soll ich aber nun eher ein Buch lesen. Öhm…

Versteht mich nicht falsch, Ich lese auch sehr gerne mal ein Buch oder bilde mich in den Regionen fort, die mich interessieren, jedoch ist und bleibt mein Haupthobby nun einmal die Videospiele. Warum auch nicht? Wo ist denn der Unterschied ob ich ein Buch lese und mir die Geschichte vorstelle, oder mir eine Geschichte erzählen lasse und aktiv darin handeln kann? In Videospielen gestaltet man meist seine eigene Geschichte und kann auch durchaus seine Fantasie und Kreativität spielen lassen wie viele Fan-Fictions und Artworks beweisen.

Was macht mein Hobby denn nun mehr zu einer Zeitverschwendung als jedes andere Hobby? Lesen macht Menschen einsam. Tischtennis bringt einen auch nicht weiter und mal ehrlich, wenn ich 7 Tage die Woche 3 Stunden ins Fitnessstudio gehe um dort so zu tun als würde ich Treppen steigen, habe ich auch nicht mehr erlebt.

Im Endeffekt läuft alles auf die Frage nach dem Sinn des Lebens hinaus. Wenn ich an meinem Sterbebett liege, kann ich dann sagen, dass ich mit dem erreichten zufrieden bin? Wenn ich nur Videospiele gespielt habe und nie gereist bin, keine One-Night-Stands in Nachtclubs hatte und keine kurzweiligen Affären mit Unbekannten hatte, kann ich dann sagen, dass ich mein Leben verschwendet habe? Manchmal glaube ich das. Zeitweise, nur für einen kurzen Moment denke ich tatsächlich, dass es eher so hätte laufen sollen. Ich würde meine Jugend verschwenden. Die Zeit, in der man “Abenteuer” erlebt.

Jedes mal würde ich mir am liebsten für diesen flüchtigen Gedanken in den Arsch treten. Ich habe so viel von dem diese “Abenteurer” nur so träumen können und das sind auch genau die Momente, in denen ich es zu schätzen weiß, dass dem so ist wie es ist. Ich erlebe durch die Videospiele genügend Abenteuer und es ist nicht so, dass ich nur vor dem PC hängen würde.

Videospiele in der zukünftigen Gesellschaft

Ich denke, am Ende kommt es nicht darauf an, ob man irgendetwas bereut oder meint etwas verpasst zu haben, sondern darauf ob man sagen kann, dass jede getroffene Entscheidung für sich genommen, zu dem gegebenen Zeitpunkt für einen selbst als richtig empfunden wird. Dabei ist es egal ob man die Abenteuer virtuell in den Videospielen erlebt hat, jedes Jahr nach Thailand geflogen ist oder die Wüste Gobi in- und Auswendig kennt.

Wichtig ist, dass die Entscheidungen zur gegebener Zeit richtig sind und wenn man sich jetzt dafür entscheidet lieber Videospiele zu spielen als in Nachtclubs zu gehen (Wenn man so wie ich einfach keinen Bock darauf hat), dann ist das in Ordnung. Nachher ist man immer schlauer und es bringt nichts vergangenen Zeiten nachzutrauern. Man kann nicht alles erleben also sollte man sich über die Erlebnisse freuen, die man hat. Immerhin bringen Videospiele auch einige Vorteile.

Eigentlich hatte ich vor gehabt die ganzen Vor- und Nachteile der Videospiele aufzuschreiben und ordentlich zu verlinken. So wie ihr es von mir gewohnt seid. Beim schreiben des Artikels ist mir allerdings sehr deutlich bewusst geworden, dass es keinen Sinn machen würde. Ihr lest meinen Blog und habt zumindest technisches Interesse, wenn nicht sogar Interesse an Videospielen. Ihr kennt also die Vorzüge und kennt zum größten Teil auch die „Gefahren“, die auch bei jedem anderen Hobby dabei sind. Man könnte diesen Artikel dazu verwenden um Ungläubige aufzuklären, aber von dieser Art Artikel gibt es so viele im Netz und sie haben nur wenig Seelen bekehrt… Man muss sich als Spieler heutzutage nun einmal damit abfinden, dass wir zwischen den VideospieleGenerationen aufgewachsen sind. Die Generation vor uns kann mit Videospielen nicht viel anfangen, da sie nur die Spielautomaten alá Donkey Kong kennen und sie die Entwicklung der Videospiele nicht nur nicht interessiert, sondern zum größten Teil auch verschreckt. Wie sonst sollte man die Bewegung „Killerspiele verursachen Amokläufe“ erklären?

Aber diese Menschen werden aussterben und zurück bleiben jene, die keine Ahnung und kein Interesse haben. Das ist auch in Ordnung, solange sie, wie bei allem anderen auch, nicht versuchen jemand anderen von ihren kruden Ansichten überzeugen zu wollen. In spätestens 10 Jahren gehört die Videospiele-Verteufelei zum mild belächelten Alltag und wird sich zu den Veganern und den „IMPFEN VERURSACHT AUTISMUS“ Faschisten gesellen. Ich warte auf diese Zeit.

Ich spare mir an dieser Stelle die Aufzählung der motorischen Fähigkeiten, Reaktionszeit, soziales Engagement (Ja, lacht nicht ihr Ungläubigen. Spielt mal in einem Clan Zwinkerndes Smiley ) und den ganzen anderen Krams. Den kennen die Gamer selbst und die Pfeiffern unter euch kann man entweder nicht belehren, oder sie sind sowieso nicht an den harten Fakten interessiert. Davon (Fakten) gibt es genug im Web.

Lebt euer Leben und spielt wenn ihr wollt. Nichts ist verschwendete Zeit wenn sie euch Spaß macht. Darum geht es im Leben.

 

Meine Meinung

 

 


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2 comments for “Videospiele sind Zeitverschwendung

  1. 2016, Januar 9. at 01:23

    Spannendes Thema das sicher viele bewegt. Und gut beschrieben wie ich finde. Das Problem ist wie so oft, dass die Kritiker keine Ahnung von dem haben was sie kritisieren… In diesem Fall Games. Ich schreibe
    Spiele gerne und zeitweise auch viel. Dann mal wieder gar nicht. Solange ein gewisses Gleichgewicht besteht ist alles gut. Extreme sind meist problematisch. Egal in welcher Richtung. Gruß

  2. 2016, Januar 5. at 18:42

    Du weisst ich bin kein grosser Kommentator…
    Aber ich lese jeden Arzikel aufmerksam und freue mich, wenn dein Blog in meinem Feedly bei ungelesen auftaucht! Hoffe du bist auch gut ins neue Jahr gekommen!
    PS: Mein Kanal feiert in Kürze seinen ersten Gebirtstag. Hab ein Special geplant. Kannst ja mal vorbei schauen

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