Flamme des Lebens – Meine Symbolik

Eine Flamme, zwei Flammen, drei Flammen.

Der heutige Artikel fällt ein wenig aus dem Rahmen, das gebe ich gerne zu. Es hat allerdings auch seinen Grund. Vergangenen Freitag ist mein Großvater nach einiger Zeit der Bettlägerigkeit von uns gegangen. Glücklicherweise bin ich am Wochenende zuvor noch dort gewesen. An dieser Stelle noch einmal ein Dank an Christopher Drake, welcher mich die 400 km in meine ursprüngliche Heimat gefahren hatte. Ohne diese Geste wäre das Wochenende deutlich stressiger ausgefallen.

Nun mit dem Tod meines Großvaters ist meine direkte Blutlinie ausgestorben. Ich möchte gar nicht so sehr ins Detail gehen sondern vielmehr auf eine Tradition eingehen, die die Seite meines Großvaters pflegte und für mich eine recht spezielle Bedeutung hat.

Nach jeder Beerdigung bzw. dem Tod eines engen Freundes oder Verwandten, wurde auf der Terrasse meiner Großeltern ein Feuer in einem Kamin entfacht. Ich hatte schon als Kind eine Faszination für Lager- und Kaminfeuer entwickelt.

Nun ist es nicht nur so, dass Feuer Wärme und Licht spendet und somit Essentiell für den Menschen ist, sondern es beherbergt auch viele Mythen und Andeutungen. Der Mensch interpretiert viel, zieht Vergleiche und erschafft Metaphern. Die Flamme des Lebens hat für mich noch eine weitere, symbolische Bedeutung. Aus diesem Grund entfachte ich am Samstag auch ein Feuer. Nicht nur für Ihn, sondern auch für die Verstorbenen denen ich bisher keine Flamme spenden konnte. Die Metapher für die ich das Feuer sehe ist „Die Flamme des Lebens“.

Das Entfachen des Feuers

Flamme des Lebens FeuerBevor man ein Feuer entfachen kann muss man es behaglich machen. Es muss ein Zundernest ausgelegt werden und genügend Brennmaterial heran geschafft werden. Wenn man die Flamme dann entfacht hat, muss man es schützen. Vor Wind und Nässe. Man muss sich darum kümmern und ab und an etwas in die Flamme pusten damit es Sauerstoff bekommt. Es ist nur wenig Glut vorhanden.

Unser Leben beginnt ähnlich. Bevor wir geboren werden sorgen unsere Eltern dafür, dass wir es gut haben sobald wir da sind. Es wird ein Bettchen gebaut oder gekauft und es werden Ersparnisse angelegt. Kleidung und Nahrung wird bereits im voraus angeschafft. Man selbst jedoch hat noch keine wirklichen Geschichten erlebt und hat nur einen gewissen subjektiven Eindruck auf sein Umfeld gemacht.

Die Flamme des Lebens

Flamme des Lebens FreudenfeuerWenn das Zundernest aufgebraucht ist hat die Flamme üblicherweise genügend Kraft und Glut entwickelt um sich von den vorbereiteten Holzscheiten zu ernähren. Die Flamme wächst, wird stärker und immer heißer. Dabei entsteht immer mehr Glut der auch stärkerer Wind oder nasses Holz nicht viel ausmacht. Selbst wenn die Flamme kurz vor dem erlöschen ist und kaum noch wahrnehmbar ist, kann die Glut die Flamme erneut zum Leben erwecken.

Wenn wir unser Nest verlassen, brennt auch unsere Flamme heißer. Wir erleben Abenteuer, machen viele neue Erfahrungen und gehen Risiken ein. Wir haben bereits einige eigene Erfahrungen gemacht und unsere Glut, unsere Geschichten die mit uns verbunden werden, wird heißer. Sie verteilt sich durch unsere Erzählungen und Freunde. Sie sind das was den Menschen ausmacht. Selbst wenn eine schwere Krankheit oder widrige Umstände einem das Leben schwer machen oder man durch Krankheit oder einem Unfall in Lebensgefahr schwebt, können Freunde und Familie helfen durch diese Zeit zu kommen und einem Menschen den Willen zum überleben geben.

Die Flamme wird schwächer

Mit der Zeit wird die Flamme schwächer. Sie verbraucht den vorhandenen Sauerstoff oder findet keine Nahrung mehr. Sie wird schwächer und schwächer bis sie irgendwann erlischt. Die Glut bleibt jedoch in dieser Zeit gleich heiß.

Auch uns Menschen ist eine gewisse Zeitspanne gesetzt. Unsere Lebensflamme wird auch im Alter immer schwächer und schwächer. Man verbringt nicht mehr so viel Zeit auf Abenteuersuche und die neuen Erfahrungen die man macht halten sich üblicherweise auch in Grenzen. Man besinnt sich auf das Wesentliche und freut sich über die seinen, Man tauscht Geschichten aus.

Was bleibt ist die Glut.

Flamme des Lebens GlutWenn die Flamme dann erlischt bleibt die Glut bestehen. Sie bleibt noch Stunden nach dem Erlöschen der eigentlichen Flamme bestehen. Zwar ist die Flamme, das was das Feuer als solches ausmacht nicht mehr vorhanden, doch die Glut spendet weiterhin Wärme, Licht und Geborgenheit. Das Feuer als solches ist noch nicht erloschen.

Auch wenn unsere Lebensflamme erlischt bedeutet das nicht, dass unsere Taten und Geschichten nicht weiterhin Trost, Licht und Freude spenden können. Solange die Menschen die du beeinflusst hast von dir reden wird auch die Glut deines Feuers nicht erlöschen. Solange deine Geschichte, deine Legende erzählt wird und es Menschen gibt die wohlwollend an dich denken, wird deine Glut weiter leben.

Aus der Asche

Wenn auch die Glut nach einiger Zeit erlischt, so bleibt nichts weiter als Asche übrig. Asche, die zum Teil vom Wind verweht und vergessen wird. Doch die verbleibende Asche vermischt sich mit dem Erdboden, führt ihm wichtige Nährstoffe hinzu und bietet so für Pflanzen einen hervorragenden Nährboden. Von diesen Pflanzen kann ein neues Feuer zehren.

Flamme des Lebens aus der AscheIst auch die letzte Geschichte des Verstorbenen in Vergessenheit geraten, so hatte er dennoch einen Einfluss auf das Leben anderer. Dieser Einfluss kann sehr viel weiter getragen werden als Geschichten. Der Verstorbene kann durch sein handeln eine Moralfrage ausgelöst haben, die Menschen zur Veränderung gezwungen hat. Diese Veränderung spiegelt sich auch in der Erziehung der Kinder wieder und hat somit direkten Einfluss auf die Geschichte. Ein guter Vater wird üblicherweise einen guten Vater erziehen. Ein guter Freund wird dafür sorgen, dass die Menschen in seiner Umgebung ein positiveres Umfeld wahrnehmen und langfristig einen positiven Einfluss nehmen. Selbst wenn der Name und die Geschichten in Vergessenheit geraten sind, so leben seine Taten weiter.

 


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