Raspberry Pi 3 – Wohin damit?

Das Raspberry pi 3 Typ b ist da! Die ersten Händler haben den neuen Kreditkartenrechner bereits im Sortiment. Für 23 Pfund erhält man den Allzweck-Minirechner alleine, aber inklusive Gehäuse, oder aber im “Starter Kit” für 41 Pfund. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mit euch meine Erfahrungen mit den Vorgängern und meine Erwartungen an das neue Modell teilen.

Ich selbst habe bereits zwei Raspberry Pis im Einsatz.

Raspberry Pi 1 Modell B

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Das Pi Generation 1 Typ B, welches eine relativ magere Rechenleistung besitzt, steht aktuell neben meinem Fernseher. Das kleine Schätzchen war ursprünglich als TV-Kit gedacht, um aus meinem nicht so cleverem Fernseher einen Smart-TV zu machen. Parallel dazu sollte er noch kleinere Aufgaben erledigen. Leider leider hat die Rechenpower oder aber die Verbindungsgeschwindigkeit des durch den USB Adapter geschleiften Netzwerkanschluss es nicht geschafft, ein brauchbares Video abzugeben.

Außerdem ist Kodi, aka XMBC, absolut unflexibel. Man kann keine weiteren Pakete nachinstallieren und der Standardbenutzer ist root, was eine Freigabe der Daten ins Netz verhindert, wenn man nicht innerhalb Minuten von Scannern und “Hackern” angegriffen werden möchte.

Deshalb läuft auf dem kleinen Gerät aktuell nur mein IRC-Bouncer  für den Chat. Über das Webinterface kann ich gemütlich und schnell auf die Einstellungen und Logs zugreifen. Auch von außerhalb. Weitere Aufgaben habe ich für den etwas schwächeren PC aktuell nicht.

Raspberry Pi 2 Modell B

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Mein zweiter Anlauf eines Videoservers scheiterte erneut an meinen zu hohen Anforderungen. Das Raspberry 2 hat deutlich mehr Power als der Vorgänger. Das merkt man auch. Gerade im Bereich der Berechnungen legt das Raspberry 2 deutlich vor. Das Problem ist, wie beim Vorgänger, dass das Netzwerk weiterhin über die USB Schnittstelle geschleift wird. Ursprünglich sollte das Raspberry Pi 2 für ein Haus-NAS dienen. Dies bedeutet, dass ich eine zentrale Anlaufstelle für alle Mediendienste und Synchronisationen auf dem Raspberry einrichte, dieses mit einer festen IP versehe und als UPnP Server im Netzwerk und auch online zur Verfügung stelle.

Dies scheiterte erneut an der ungünstigen Netzwerkbrücke. Geplant war, dass das Raspberry die Festplatten anspricht und der Empfänger und die Festplatte direkt die Daten austauschen. Leider müssen alle Daten zunächst einmal durch das Raspberry gejagt werden, damit die Daten beim Empfänger ankommen. Durch die langsame USB Verbindung konnte ich einen s.g. “Mediatomb”, also ein Grab für Mediendateien vergessen. Sowohl W-Lan als auch D-Lan konnten keine brauchbare Verbindung aufbauen. Also versuchte ich es mit einem Datengrab. Diese Idee war nicht neu. Eine oder mehr Festplatten werden in das Raspberry Pi System eingebunden und dieser wird als Synchronisationsserver gehandelt. Außerdem sollte ein FTP Server installiert werden, sodass ich die Daten sicher abfragen und verwalten kann ohne von Windows abhängig zu sein. Das Ergebnis war… niederschmetternd. Ich habe einige Wochenenden damit verbracht das System so zusammen zu schustern wie ich es möchte. Nur um am Ende feststellen zu müssen, dass meine extra angeschaffte Festplatte die Verbindung verliert sobald einige Daten geschrieben wurden. Sie scheint einfach abzustürzen. Einen Defekt der Platte kann ich ausschließen, da diese aktuell am NAS meiner Fritzbox hängt und dort ihre Mediendienste und Aufgaben übernimmt, die eigentlich das Raspberry Pi 2 übernehmen sollte. Dieses wiederum liegt nun neben meinem PC an einem Switch. Ich habe ihn zu einem Testserver degradiert, der ganz nebenbei noch die Hausüberwachung übernimmt.

Ich besitze eine W-Lan IP-Cam. Diese kann ihr Bild auf einen Webserver schmeißen. Durch die Bewegungserkennung kann ich einstellen, dass sie nur dann aktiv aufnimmt, wenn Bewegungen vor der Kamera stattfinden. Das ist ganz nützlich um Speicherplatz auf der 32 GB SD-Karte zu sparen. Außerdem läuft ein Backup dieses Blogs, sowie einige Datenbanken für meine Programmiertests, auch für Prepper Inventory, auf dem Gerät.

Raspberry Pi 3 Modell B

Raspberry Pi-3-Modell-B-mit-12-GHz-QuadCore-64Bit-CPU Drizzis Blog

Das neue Raspberry Pi 3 mit (Low Energy) Bluetooth, Wlan und mehr Leistungsaufnahme stellt mich nun vor die Wahl. Da ich mein altes Pi 2 nicht aufgeben möchte, müsste ich mir ein neues Gehäuse für das Himbeerküchlein zulegen. Das schlägt mit 8 € nicht unbedingt zu Buche, allerdings ist das 2,5 Amper Netzteil ebenfalls eine Investition die zusätzlich getätigt werden muss. Ein Netzwerkkabel dürfte ich noch rumfliegen haben und mein Sitecom LN 120 Switch habe ich gerade erst an meine Steckdosenleistung auf Permanent eingesteckt.

Da ich festgestellt habe, dass ich die meisten Services die ein NAS so mit sich bringt nicht wirklich brauche, und ich im Zweifel auch mal eine Minute länger für die Synchronisation meines Backups warten kann, lasse ich meine Fritzbox die NAS Aufgaben übernehmen. Sollte ich wirklich wieder eine Streamingseite benötigen, die Zugriff über den Browser von außen ermöglicht, lasse ich meinen richtigen Homeserver einfach via Wake-On-Lan hochfahren.

Was will ich also mit so einem Ding? Nun, relativ einfach. Ich misstraue Dropbox. Zwar habe ich einen 25 GB Account, synchronisiere auch die meisten meiner Programmierprojekte in diesen Ordner und nutze es zum Datenaustausch außerhalb meines Netzwerkes, wenn ich einen Dienst wie FTP nicht verwenden kann, allerdings verschlüssle ich diese Daten vorher. Auf PCs ohne Adminrechten macht das unter Umständen ganz schöne Probleme. In diesem Fall wäre es doch klasse, wenn man Dropbox selber hosten könnte. Es gibt zwar OwnCloud, jedoch ist mir das ganze Webgedönse zu frickelig. Ich möchte keinen MedienMogul installieren nur um am Ende des Tages ein paar Dateien auszutauschen. Teamdrive ist mir persönlich an dieser Stelle lieber. Eine eigenständige Verschlüsselung der “Spaces” und die Möglichkeit diese gesondert im Netz zu speichern, klingt vielversprechend.

Unglücklicherweise fehlt mir an dieser Stelle jedoch die weitere Verwendungsmöglichkeit des kleinen Raspberry. Nur einen Teamdrive Server zu installieren klingt für mich etwas verschwendet. Man könnte noch einen Mumble Server nachlegen. Ich selbst versuche schon eine ganze Weile diese Software zu verbreiten, aber alle wollen nur Teamspeak. Naja. Ihr Verlust.

Was nun passiert

Ich werde warten bis das Raspberry Pi 3 seine Spezifikationen komplett dargelegt hat. Wenn die Netzwerk-Datenübertragung nicht mehr über die USB Platine, sondern mit einem eigenständigen Chip ausgestattet ist, werde ich die NAS Lösung noch einmal ins Auge fassen. Andernfalls bin ich mit meinem Raspberry Pi 1 als laufendes System und dem Raspberry Pi 2 als Spielekiste durchaus zufrieden und investiere die 40€ vielleicht eher in Smart-Home Lösungen. Mal schauen.

Interessant wäre es allerdings, wenn die Moonlight Software alltagstauglich wird. Durch die Native Unterstützung des X-Box 360 Controllers für Raspbian könnte sich das Raspberry 2 ganz schnell in einen Streamingempfänger für Singleplayerspiele entwickeln. Da ist es mir persönlich relativ egal wenn der ein oder andere Aussetzer dabei ist. Der Raspberry Pi 3 könnte dann die aktuellen Aufgaben des Raspberry Pi 2 übernehmen und gegebenenfalls doch noch meinen Traum vom Custom-NAS wahr werden lassen.

 

 

//Update

Offensichtlich ist das Raspberry Pi 3 netzwerktechnisch noch immer auf die USB Platine angewiesen.

Der 10-/100-MBit-Ethernet-Anschluss ist weiterhin per USB angeschlossen.

Daher würde es mir nur eine Leistungsverbesserung geben, die ich für den aktuellen Einsatz nicht wirklich brauche. Schade. Ich hatte kurzzeitig Hoffnung für ein brauchbares NAS. :/

Mein Résumé

Wer noch kein Raspberry Pi im Einsatz hat, sollte jetzt dazu steigen. Als BastelPC, tragbarer Mini-Office und natürlich Server für Webseiten, Onlineshops, Mumble, Ventrillo etc. ist das kleine Himbeerküchlein bereits in Version 2 geeignet gewesen. In Version 3 wird sich dies, nicht zuletzt auch wegen dem neuen Raspbian noch steigern. Für aufwändige Netzwerkoperationen dürfte der Einplatinencomputer allerdings noch immer nicht geeignet sein. Als Tabletersatz „Zum Surfen“ oder Youtube bzw. Mediaclient ist er jedoch ausgesprochen nützlich.

Solltest du noch Verwendungsmöglichkeiten für das Raspberry Pi 3 oder seine Vorgänger haben, so teile sie mir doch in den Kommentaren mit. Vielleicht habe ich ein interessantes Projekt übersehen ;)

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