A Gamer (’s) life

Gamer sind die besseren Geschichtenerzähler ;)

Menschen… Oder solche die es meinen zu sein, haben mir in meinem Leben schon häufiger gesagt “get a life”. Nur eben hauptsächlich auf Deutsch. Nun ist es aber leider so, dass diese Menschen in den meisten Fällen aufstehen, zur Arbeit fahren, ihre 8 Stunden abreißen und sich dann Zuhause vor die Glotze setzen. Ob man das nun als Leben bezeichnen könnte?

I’m a Gamer. Deal with it.

Von der Doppelmoral einmal abgesehen, ist es meist doch so, dass sie zwar spannende Geschichten erzählt bekommen, sofern sie nicht so hochkultivierte Sendungen wie “Mitten im Leben” oder “Bauer sucht Frau” ansehen. Die Interaktion und Einfühlung ist bei dem Fernsehgerät doch recht eingeschränkt. Anders ist das bei Spielen (und bei Büchern, auch wenn diese auch nur selten Interaktionsmöglichkeiten bieten.). In einem Spiel kann man in den meisten Fällen selbst entscheiden was man wie wo warum machen möchte. Wie bereits in diesem Artikel beschrieben, ist die wahrgenommene Realität nur abhängig von der Summe und Qualität der aufgenommenen Informationen. So gesehen, kann man war behaupten, dass ich nie in Persona auf der Engelsburg gestanden habe, wohl aber, DASS ich auf der Engelsburg gestanden habe. Und wie viele Menschen können das schon von sich behaupten?

A Gamer Manifesto

So kam es, dass ich aus jeweils vier Blöcken eine Reihe schließen wollte. Als es mir gelang, löste sie sich auf.

Ich bereiste die Welt Kanto und fing Haustiere in lustigen roten Bällen. Ich ritt durch die Dämmerung in Hyrule und zog mein Schwert gegen Dämonen und Bäume. Ich erklomm die Zinnen der Engelsburg in Rom, brachte die Borgia zu Fall und erlebte, wie das Piratenzeitalter begann.

Als Freelancer streifte ich durch das All und stellte mich der Bedrohung durch die Nomaden.

(Ich bin ein Gamer.)

Ancaria rettete ich sogar mehrfach. Einst besiegte ich den mächtigen Sakkara-Dämon. Anschließend, viele Jahre zuvor, säuberte ich das Land Ancaria von der T-Energie und verhinderte, dass skrupellose Mächte diese zu ihrem Vorteil nutzten. Ganz nebenbei verhalf ich Blind Guardian zu einem der besten Auftritte seit Erfindung der Bassgitarrenaxt. Ich vereinte die Terraner im Kampf gegen die Zerg und musste hilflos mit ansehen wie Kerrigan zur Königin der Klingen wurde. Doch ich konnte sie retten und durch geschickte strategische Überlegungen gelang es mir Mengsk in die Schranken zu weisen. Doch es kam alles anders…

(Ich bin ein Gamer.)

Ich erschuf Imperien und vernichtete sie wieder. Ich spielte Gott und  brachte meine treuen Geschöpfe dazu Gutes zu tun. Oder Böses. Je nachdem wie mir gerade der Sinn stand. Ich versuchte mich als Bürgermeister und lies mich vom schlauen Fuchs beraten. Ich verwaltete Camingplätze und Spieleschmieden, welche selber Tripple A Titel produzieren konnten.

(Ich bin ein Gamer.)

Ich vereitelte Tausendfach die Pläne der Nazis, oder aber ich setzte sie durch. Ich riskierte mein Leben und das Leben meiner Männer in den roten Zonen um das Tiberium zu erforschen. Oder es einzusetzen um die Scrin auf die Erde zu locken. Ich setzte einen Virus frei, der mich selbst Zelle für Zelle ersetzte und mir ungeheure Fähigkeiten verlieh. Ich besiegte mich selbst, in anderer Gestalt und mit anderen Ansichten. Ich sah mich selbst zum Antagonisten werden.

(Ich bin ein Gamer)

Während das gemeine Volk sich noch vor der Zombie-Apokalypse fürchtet, so habe ich schon Dutzende überlebt. Mit List, Tücke, einem Ratgeber oder Waffengewalt konnte ich die Zombiebedrohung ausschalten. Auch als Scharfschütze habe ich viele Kriege maßgeblich beeinflusst. Ohne größere Mühen gelang es mir sogar, eine sowjetische Invasion in den USA zurückzuschlagen. Auch wenn ich dafür eine Atombombe im eigenen Land sprengen musste.

(Ich bin ein Gamer)

Ich habe Nekropolen fliegen sehen und flog mit den Drachenschwärmen. Mit Hilfe der Lebensbinderin konnte ich den Aspekt des Todes aufhalten und mit der Hilfe der Bansheekönigin den König des Nordens. Ich konnte die Zeit anhalten und zurückspulen, Piraten beleidigen, Lichtschwerter ‘per Macht steuern. Ich gestaltete mir meine Welt und gewann Erfahrung im Festungsbau gegen Zombies.

Durch die Schluchten der Stadt führte mich mein Runner Dasein, durch die Tiefen der Meere führte mich mein Abenteuer durch Rapture und in die luftigen Höhen von Columbia.

Ich bin schon so oft gestorben und so häufig wiedergekehrt. Ich habe mehr Aliens und Zombies getötet als ich zählen kann. Ich habe mehr Leben geführt als ihr euch erträumen könnt, mehr Geschichten gehört als ihr euch ausdenken könnt. Ich habe mehr Verrat und Heuchelei gesehen als ihr in euren Berufstagen zusammen also bitte. Ich brauche mir kein Leben zu suchen. Ich habe genug damit zu tun die mitreißenden Geschichten und atemberaubenden Welten zu genießen, die ihr nur aus kurzen Eindrücken aus eurer Flimmerkiste kennt.

Ich bin ein Gamer! Und wenn ich mir schon ein Leben nehmen soll, wie wäre es, mit deinem? Online. Multiplayer und so.

Wie immer erhalte ich kein Geld durch die Verlinkungen.


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