Aaron – Meet the Bushcrafter

Wie angekündigt startet heute die “Meet the Bushcrafter” Aktion. Ursprünglich als “Interview” geplant wird Aaron von lightinthewild.de den Anfang machen.

Meet the Bushcrafter – Aaron

Alter


Aaron : Ich bin vor knapp 30 Jahren geboren worden. Aber man sagt ja immer so schön: Man ist nur so alt, wie man sich fühlt. Wenn es um das Leben in der Natur geht, hat das Alter einen entscheidenden Einfluss auf die Herangehensweise an Aufgaben. Und man sollte sich stets bewusst sein, welche persönlichen Stärken man hat. Das Kind ist voller Entdeckerfreude und Neugierde, der junge Erwachsene strotzt vor körperlicher Kraft. Mit wachsendem Alter weicht die Kraft einer immer tiefer werdenden Erfahrung und Intelligenz.

Beruf


Aaron : Für den Survivor, Bushcrafter, Prepper (und jeden Menschen, der sich in einer Notlage befindet) ist folgendes wichtig zu verstehen: Unsere heutige Gesellschaft ist ein Meister in Arbeitsteilung. Die meisten Berufe sind unglaublich spezialisiert und werden auf einem sehr professionellen Niveau ausgeübt. Das ist gut und macht eine Gemeinschaft effizient. Es kann passieren, dass ein einzelner aus diesem Gefüge herausfällt, ob nun freiwillig als Experiment oder unfreiwillig wie die Überlebenden des Flugzeugabsturzes in den Anden von 13. Oktober 1972. Dann bringen die Kenntnisse aus einem hoch spezialisierten Beruf kaum noch Nutzen. Der gelernte Bürokaufmann wird von einer Minute auf die andere zum Schreiner, Metzger, Koch, Waldarbeiter, Arzt, Psychologen usw.
Mir persönlich ist es wichtig, dass ich in allen Lebensbereichen überlebensfähig bin. Im Moment bilde ich mich in den Bereichen Wildnispädagogik und Wildnisführer weiter. Neben der Vertiefung der persönlichen Kenntnisse geht es mir auch darum, das gesammelte „Wildniswissen“ an Menschen weitergeben zu können. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich derzeit aber mit einem wildnisfernen Beruf.

Lebensgefährte?


Aaron : Ich bin seit 2 Jahren glücklich verheiratet. Das bremst natürlich meinen Drang in die weite Welt zu ziehen, macht mich aber auch bodenständiger und konkreter in Bezug auf meine Lebensgestaltung. Und glücklich macht es mich. Smiley

Haustiere


Aaron : Ich habe zwei Kater, die mir im Survivalfall das Abendessen fangen gehen. Maus im Bärlauchmantel, lecker.

Zukunftswünsche?


Aaron : Da gibt es viel: Ich möchte mich im Bereich Wildnispädagogik weiterbilden, damit ich dieses alte Wissen über das Leben mit der Natur weitergeben kann. Eine Blockhütte im Wald und ein Jahr Zeit. Die Vulkaninseln in der Beringsee erkunden. Die Durchquerung einer Wüste… In unserer realistischen Welt darf man nicht aufhören zu träumen!

Welche Hobbies hast du sonst so neben den Outdoor-Aktivitäten?


Aaron : Das ist bei mir sehr variabel und die Hobbies wechseln sich auch immer wieder ab. Spontan fallen mir Felsklettern, Geocaching, Schach, Dichten, Zigarren, Youtube Aaron Tagebuchund Playstation ein. Aber da gibts bestimmt noch mehr. Ich lass mich da vom Fluss meiner Launen treiben und der fließt irgendwie meistens in die Wälder.
Ach: ich bin auch ein Fan von Tagebüchern. Ich lese sie gerne, schreibe selbst viel Tagebuch und habe vor einer Weile angefangen handschriftliche Tagebücher zu sammeln.

Was hat dich damals zum Bushcraften/Survival gebracht?


Aaron : Zunächst die Abenteuer, die ich als Kind in einem großen Garten erlebt habe. Ein „wild aufgewachsenes“ Kind bleibt wohl immer ein bisschen wild im Herzen. 2004 habe ich dann eine Arbeit über Survival-Techniken verfasst und mein angelesenes Wissen auf einer Solotour in Skandinavien erprobt. Das war hart und hat mich viel gelehrt, vor allem Dinge über mich selbst.

Wo beziehst du deine Informationen bezüglich deiner verwendeten Ausrüstung?


Aaron : Ich bin Mitglied in verschiedenen Facebook-Gruppen und Internetforen. Da bekommt man jede sinnvolle Neuigkeit mit. Ansonsten bin ich ein Fan von Youtube, denn die BC-Szene ist dort sehr aktiv. Aber die eigentliche Informationsquelle ist man doch immer selbst: Ich bin draußen unterwegs und merke, dass ich neue Schuhe brauche. Leicht, wasserdicht, geräuschlos und trotzdem stabil sollen sie sein. Dann wird im Internet recherchiert was es so gibt, man hört sich um, was andere so tragen und probiert im Laden was an. Und ehrlich gesagt, erhöht schlechte Ausrüstung lediglich den Abenteuerfaktor.

Hast du eine spezielle Erste-Hilfe Ausbildung gemacht?


Aaron : Ich mache jährlich einen ausführlichen Erste-Hilfe-Kurs über meinen Arbeitgeber. Der vermittelt alles grundlegende. Ich denke aber, dass ein spezieller Bushcraft oder Survival Erste-Hilfe-Kurs durchaus Sinn macht, zumindest wenn der Lehrer Ahnung und vor allem Erfahrung hat. Ich habe so einen Kurs aber noch nicht gemacht.

Wie wichtig ist prepping für dich?


Aaron : Ich habe immer Vorräte/Ausrüstung für mindestens einen Monat. Verstecke im Wald oder einen eigenen Luftschutzbunker habe ich nicht. Beim Preppen ist mir wichtig, dass es sich ganz natürlich in meinen Alltag integriert. D.h. ich erlerne Fähigkeiten, die ich ohnehin oft brauche und hamster Vorräte, die ich nach und nach aufesse und wieder auffülle.

Wissen oder Ausrüstung? Was ist wichtiger?


Aaron : 50-50. Wobei ich das Wort „Wissen“ durch das Wort „Fertigkeiten“ ersetzen würde. Etwas zu wissen ist wertlos, wenn man es nicht umsetzen kann (wozu man oft zumindest ein Grundsortiment an Ausrüstung braucht).

Wie spiegelt sich dein Outdoor-Hobby in deinem Alltag wieder?


Aaron : Das Arbeitszimmer in meiner Wohnung wird oft als „Die Höhle“ bezeichnet. Fehlt nur noch die Höhlenmalerei an den Wänden. Die Grenzen zwischen Hobby, Alltag, Arbeit und Leben kann man nur noch schwer erkennen und ich arbeite daran, dass sie ganz verschwinden.

Welche Messer sind dir am liebsten?


Aaron : Ich mag unverwüstliche Messer. Sie sollten aber nicht zu groß sein. Das ESEE 3 gefällt mir sehr gut. Ansonsten habe ich fast immer ein Opinel in der Hosentasche.

Hast du ein EDC-Pack?


Aaron : Mein Auto ist sozusagen ein großes EDC. Da ist alles drin, was man so brauchen könnte. Am Körper trage ich keins, da verlasse ich mich auf meine Fertigkeiten.

Wie genau bist du zu der Aussage „There is a light in this wilderness – take it into your heart.“ gekommen?


Aaron : Als ich die Worte geschrieben habe, habe ich mich an einen sehr kalten Abend am Lagerfeuer erinnert. Das Licht und die Wärme eines Feuers, können in der Natur über Erfolg oder Niederlage entscheiden. Das Feuer hat die Menschheit da hingebracht, wo wir heute stehen.
Man kann es aber auch von anderen Standpunkten betrachten, philosophischen, spirituellen, ganz wie man das möchte. Ich lese darin auch, dass die Wildnis (Natur) der Schlüssel zu einem reinen Herzen und einem glücklich (natürlichen) Leben ist.

Was möchtest du uns damit sagen (lightinthewild)?

 

Aaron : Licht in der Wildnis… Leicht in der Wildnis… Beides gut und beides richtig und wichtig Smiley

Wie weit hat dich dein Abenteuer in Schweden (Aktuell Teil 10) verändert?

 

Aaron : Die Veränderung ist so tiefgreifend gewesen, dass ich ihren Wert nicht in Worte fassen kann. Aus dieser Erfahrung ist meine heutige Lebenssituation entstanden. Es war die Erkenntnis, dass ich mit weniger Ballast vollkommener bin und mit mehr Natur ein glücklicherer Mensch werde.

Glaubst du, dass jeder Mensch einen Ausflug wie deinen in die Wildnis machen sollte?

 

Aaron : Nein, das glaube ich nicht. Jeder sollte sich mit der Natur befassen und verbinden, aber auf seine Art. Es nutzt nichts, den Weg eines anderen Menschen zu gehen, vor allem nicht, wenn er steiniger als nötig ist. Jeder Mensch hat seinen ganz persönlichen Zugang zum Leben und zu den kostbaren Erfahrungen dieser Welt. Die Natur ist nur einer davon, auch wenn er in viele Herzen passt.

♠ Aus deinen Artikeln kristallisiert sich heraus, dass du immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen bist, die du dir selbst auferlegst. 50% Ausrüstung nach Los, die Reise nach Schweden, Was ist der Reiz daran?

Aaron : Ich weiß es nicht genau. Ich glaube, dass ich es manchmal etwas übertreibe. Vielleicht, um meinen eigenen Grenzen auszuloten. Allerdings entsteht eine hohe Intensität der Naturerfahrung, wenn man ihr so nahe kommt. Wenn ich dicke und teure Wanderstiefel trage, erfahre ich nicht, wie es sich barfuß auf Gras, auf Waldboden oder auf verwittertem Kalkstein läuft. Ein Zelt trennt mich von Wind und Regen. Ein elektrischer Kamin beraubt mich der Erfahrung von Feuer. Die Tierdoku erspart mir den Weg in den Wald. Die Frage ist immer: Wie viel will ich erleben. Und ich will anscheinend immer nah dran sein.

Dein Blog ist ja nun bald sechs Monate alt. Hast du eine Vorstellung wohin du möchtest und was du mit deiner Seite noch erreichen möchtest?


Aaron : Da habe ich keine Vorstellungen. Ich schreibe den Blog zu großen Teilen für mich selbst und freue mich einfach, wenn ich damit andere Menschen inspirieren kann. Das Schreiben macht mir Spaß und schafft mir einen neuen Zugang zur Natur und meinen Erfahrungen in ihr. Eins ist jedenfalls sicher: Zuerst kommt das Abenteuer, dann wird die Geschichte geschrieben. Deswegen geht es auch immer so langsam voran auf meinem Blog.

Was hast du in Zukunft so geplant? (Bushcraft/Blog)


Aaron : Mein wichtigster Plan lautet: Spontan und wild bleiben. Aktuell befasse ich mich mit Fährtenlesen und brenne mir einen Topf. Birdlanguage interessiert mich, Patagonien zieht mich an. Mal sehen was sich so entwickelt.
Stay wild.


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1 comment for “Aaron – Meet the Bushcrafter

  1. 2018, Juli 11. at 04:41

    PM

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