Planung Naturkatastrophen Krisenvorsorge Teil 8

Planung ist eine der elementarsten Dinge im Rahmen der Krisenvorsorge. Jene, die die Krisenvorsorge Hobbymäßig betreiben stecken nicht nur viel Zeit und Energie in ihre Agrargüter, sondern verbringen viel Zeit mit der Planung und Optimierung ihres Krisenmanagements.

Dieser Artikel soll eine Übersicht zu den Möglichkeiten der Planung bieten. Das meiste ist eine Pflichtaufgabe. Nur wenige Punkte können vernachlässigt werden. Aber nur keine Sorge, wenn man sich einmal damit auseinander gesetzt hat, muss man die meisten Dinge nicht noch einmal machen.

Das ABC der Planung – Das wichtigste zuerst

In einer Krise kommt es darauf an die notwendigsten Dinge bereits vorbereitet zu haben. Je intensiver man sich mit der Planung auseinander gesetzt hat, desto angenehmer und stressfreier hat man es im Laufe der Katastrophe. Natürlich ist eine Änderung der Lebensverhältnisse von Außen immer eine Stresssituation, aber es mindert den Stress, wenn man noch sein WC verwenden kann und einen Notfallplan zur Seite stehen hat.

Wer bereits meine vorhergehenden Teile der Artikelserie “Krisenvorsorge” gelesen hat, wird bereits einen Grundstock für die meisten Katastrophen oder ungewöhnlichen Situationen besitzen, oder aber die Kenntnisse darüber haben. Wer es noch nicht gelesen hat, kann dies hier nachholen Zwinkerndes Smiley

Was sollte mit in die Planung

Wie bereits erwähnt sollten wir einen gewissen Grundstock für alle eventuellen Katastrophen und Krisen im Haus haben. Nun ist die Frage, welche Krise die wahrscheinlichste für uns persönlich oder die Region ist. Dabei sollte man ganz bewusst die menschlichen Konflikte zunächst außer Acht lassen und si ausschließlich auf die Naturgewalten konzentrieren.

Feuer, Wasser, Wind und (fehlende) Energie sind die gröbsten Probleme die im Allgemeinen auf uns zukommen können. Was sich im ersten Moment wie der Leitspruch von Captain Planet anhört, ist tatsächlich eine der wichtigsten Grundgedanken.

Die Stochastik der Planung – Oder: Wie wahrscheinlich ist Krise X in meiner Region?

Doch wo fängt man mit der Recherche an? Nun, am einfachsten wäre es im Stadtarchiv eurer Region oder im Internet. Sucht nach allen möglichen Naturkatastrophen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, fragt ältere, schon länger in der Stadt oder dem Dorf lebende Personen nach ihren Erfahrungen. Sie werden euch sicherlich Auskunft darüber geben können ob es mal Erdbeben, Steinschläge, längerfristige Stromausfälle oder Sturzfluten gab.

Nehmt euch Zeit für diesen Schritt und achtet auf die Anzeichen. Nur weil eure Region nicht direkt von einem Erdbeben erschüttert wurde, eine ähnliche Region oder eine in eurer Nähe, kann es durchaus sinnvoll sein sich auch für die Eventualität eines mittelschweren Erdbebens in eurer Region zu Vorzubereiten.

Ist ein breiterer Bach oder gar ein Fluss in der Nähe, oder wohnt ihr in einem Tal, dann ist es zwingend erforderlich die Vorräte hochwassersicher zu lagern. So weit oben wie möglich und im günstigsten Fall noch Luft und Wasserdicht verpackt. Generell ist es eine gute Idee Vorräte Luftgeschützt zu lagern. Sicherstadt.de bietet dazu hier beispielsweise auch Feuchtigkeitsabsorber an. Lohnt sich vor Allem dann, wenn man Reis, Weizen, Mehl oder ähnliches lagern möchte.

Nun, da wir wissen welche “Katastrophen”, Unfälle oder andere Absonderlichkeiten in unserer Region vorgefallen sind, konnten wir uns ein einigermaßen klares Bild über die Gefahren machen und mit der Planung beginnen. Im besten Fall habt ihr in der Informationsstelle eurer Feuerwehr angerufen (Bitte nicht die 112. NIEMALS die 112 wenn ihr nur etwas wissen möchtet) und habt euch da neben den Informationen zu den Einsätzen durch Naturgewalten auch die Frequenz des Notsenders besorgt, auf die ihr euer Radio einstellen könnt.

Alternativ haben die meisten freiwilligen Feuerwehre auch eine Internetpräsenz in denen die Einsätze der letzten Jahre gelistet sind.

Die Tabelle

Wie bereits mehrfach in den vorangegangenen Artikeln erwähnt, kann man, beziehungsweise sollte man sich nicht auf alle eventuellen Krisen vorbereiten. Das macht auch keinen sonderlichen Sinn. Wenn man in einer Hochebene wohnt, fernab von allen möglichen Arten von Wasseransammlungen, macht es relativ wenig Sinn sich für eine eventuelle Flut zu rüsten. Vor Allem dann nicht, wenn seit Jahrhunderten kein Stauwasser mehr auch nur höher als Kniehöhe gekommen ist.

Ich habe für die Schätzung eventueller Gefahren zwei Tabellen angelegt.

Die eine bezieht sich auf Naturkatastrophen und ihren Einfluss auf mich. Die Andere bezieht sich auf Katastrophen aus Menschenhand. Die letzte Tabelle passe ich immer mal wieder an, da immer wieder etwas neues gebaut wird, neue politische Konflikte entstehen oder einfach Unruhen auf den Straßen wahrscheinlicher und unwahrscheinlicher werden.

 

Meine Tabelle

Ich skizziere sie an dieser Stelle nur einmal beispielhaft und erkläre im Anschluss wie ich auf diese Wertungen komme.

 

Gefahr Wahrscheinlichkeit in den nächsten 5 Jahren Wirkungsgrad Bin ich vorbereitet?
Hochwasser 50% Direkt betroffen Ja
Stromausfall 40% Direkt betroffen Ja
Erdbeben 100% Direkt betroffen Vernachlässigbar
Feuer 60% Indirekt betroffen Nein
Steinschlag 1% indirekt betroffen Nein
Kälteeinbruch/Schnee > 50 cm 10% direkt betroffen Ja
(Schädlicher) Sturm 60% Direkt betroffen Nein

Man sieht hier sehr schön, dass auch meine Krisenvorbereitung noch nicht abgeschlossen ist. Ich möchte kurz auf die Punkte und meine Umgebung eingehen und darstellen, warum Fall X Y Prozent bekommen hat.

Hochwasser

THW_Hochwassereinsatz_Deutschland Pkanung FlutIm Feuerwehrbericht meiner Region steht im Jahr 2013 häufig “Wasser im Keller” und “Hochwasser”. Schwere Niederschläge haben den Boden so weit mit Wasser übersättigt, dass die flachen Ebenen zu Tümpeln und später zu regelrechten Seen wurden. Das Gebiet ist in weiten Teil abschüssig und bildet eine höher gelegene Ebene, welche von allen Seiten in Abhänge mündet. Dennoch sind die Felder um uns herum so groß und weitläufig, dass sich genügend Wasser stauen kann um zu einer Überschwemmung zu führen. Glücklicherweise ist durch die Umgebung zwar mit Hochwasser zu rechnen, nicht jedoch mit gefährlichen Stromschnellen oder Sturzbächen. Das macht die Vorbereitung recht einfach. Gebäudeschäden kann ich ausschließen.

Stromausfall

Einen Stromausfall kann man immer mit erleben. Die Frage ist nur, wie lange dieser bestehen bleibt. Wir haben ein Gewerbegebiet in der Nähe und hängen somit nur an einer Hochspannungsleitung. Diese wird ins Gewerbegebiet geleitet und dort von Transformatoren auf die benötigten Voltzahlen runter reguliert. Da wir noch vor dieser Regulierungsstelle wohnen, sind wir auf eine eigene Regulierung angewiesen. Diese steht in der Nähe der Hochspannungsleitung. Ein Umspannwerk ist meinen Karten nach nicht zugeschaltet.

Wie eure Stromversorgung aussieht könnt ihr hier nachschauen.Planung Stromausfall Drizzis Blog

Problematisch wird es nur, wenn das Gewerbegebiet über längere Zeit keinen Strom erhält. Da wir auch Chemische und Biologische Stoffe verarbeiten, kann ein Stromausfall der länger dauert als die Generatoren der Firmen Kraftstoff haben, verheerende Folgen für die Umwelt haben. Menschen die in der Nähe von Industriegebieten leben sollten nach spätestens 24 Stunden das Gebiet verlassen, da es sonst zu Unfällen kommen kann.

Merksatz: Meide Unfälle die auf dich warten. Halte dich von sensiblen Stoffen und Lagerhallen/Verarbeitungshallen dieser Stoffe im Krisenfall fern. Nicht nur der fehlende Strom, sondern auch ein Feuer kann giftige Gase und Explosionen verursachen.

Erdbeben

Was stimmt denn hier nicht? Ich habe eine Erdbebenchance von 100% angegeben, bin direkt betroffen aber die Vorbereitung ist vernachlässigbar?

Ja. Der Grund ist, dass wir in Thüringen rund 700 Erdbeben pro Jahr haben. Die meisten jedoch nur mit einer Stärke von maximal 2 auf der Richterskala. das ist so schwach, dass die meisten es nicht einmal mit bekommen. Das stärkste Beben in Thüringen hatte im 19 Jahrhundert eine Stärke von 5,x und ist somit vergleichbar mit dem, was wir in der Eifel mit einem müden Lächeln wegstecken. Natürlich kann es auch hier zu Problemen kommen, allerdings ist die Vorbereitung auf ein Erdbeben in etwa so wie die auf ein Feuer. Fluchtrucksack gepackt und Griffbereit halten.

Feuer

Wie schon erwähnt, für Feuer im Haus sollten normale Sicherungen da sein. Eine Löschdecke, gegebenenfalls ein Schaumspray zur Brandbekämpfung und was die Feuerwehr halt sonst noch so vorschlägt. Ansonsten Bug-Out-Bag Griffbereit halten.

In der Umgebung, wie gesagt, wir haben ein Gewerbegebiet in der Nähe, kann es schonmal zum Einsatz eines Decon-P kommen. Diese werden schon gerufen, wenn ein Serverraum überhitzt oder eben Feuer fängt.

Steinschlag

Den Steinschlag habe ich nur als Beispiel genommen. Eigentlich könnte er auch ganz raus. Wie erwähnt, wohne ich in einer Ebene und habe daher keinen Steinschlag zu befürchten. Außer jemand schmeißt mit ihnen… Dazu aber später mehr im Absatz über Aufstände.

Schneemassen / Kälteeinbruch

In den vergangenen Jahren ist dies nicht wirklich häufig vor gekommen in meiner Region. Es ist aber durchaus denkbar. Die Vorbereitungen für diese Fälle sind relativ einfach zu ergreifen. Schneeschuhe sind zwar nützlich, meist aber unnötig, da man bei tiefen Temperaturen besser im Haus bleibt. Selbst wenn dieses auskühlt. Gewöhnliche Transportmittel sind unbrauchbar und so müsste man in meinem Fall eine gehörige Strecke laufen um in niedrigeres Gelände zu kommen. Das Risiko wäre zu groß. Da vertraut man besser auf seine Notnahrung und sitzt die Geschichte aus. Doch Vorsicht! Viele Geräte funktionieren nur bis zu einer bestimmten Minus-Temperatur.  Ist diese erreicht, kann es sein, dass die Geräte nicht mehr ordnungsgemäß, oder aber gar nicht mehr funktionieren. dies tritt in den meisten Fällen aber erst ab -30° oder gar -50° ein.

Schädlicher Sturm

Als schädlichen Sturm bezeichne ich jene Stürme die nicht nur die Dachpappe runter reißen sondern Bäume entwurzeln, Hecken ausreißen, Zäune durch die Luft wirbeln lassen und Fensterscheiben eindrücken.

Planung SturmDas freie Feld, welches mich vor der Flut schützt, ist mein ärgster Feind im Kampf gegen den Sturm. Daher haben wir mehrere “Sturmschutzhecken”. Ein ein paar Bäumchen stehen um das Haus vor den gröbsten Böhen zu schützen. Alles weitere wären bauliche Maßnahmen die ich aktuell nicht durchführen darf und kann.

Daher habe ich auch keine Möglichkeit zu sagen, dass ich “vorbereitet” bin. Sollte es allerdings zu solchen Windstärken kommen, besteht für meine Gruppe allerdings ohne weiteres die Möglichkeit mit einem gewissen Komfort zu überleben. Nur die Latrine müsste dann woanders eingerichtet werden. Da mit einem Stromausfall zu rechnen ist, gehe ich auch vom Verlust des Wasseranschlusses aus. Etwas schwierig die Sache. Dennoch kann ich diese potentielle Gefahr nicht aus meiner Planung ausschließen.

Abschluss

Weiter geht es im nächsten Teil. In diesem gehe ich auf die Tabelle bezüglich der Planung für Krisen und Katastrophen aus Menschenhand ein.

 

 

 


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1 comment for “Planung Naturkatastrophen Krisenvorsorge Teil 8

  1. 2017, Oktober 5. at 14:43

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Naturkatastrophen und Krisen können immer geschehen. Deswegen sollte man das Thema Krisenvorsorge nicht herunter spielen.
    Mit besten Grüßen,
    Lars

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