Pathfinder Pen and Paper – Was ist das?

Pathfinder – Das Licht bricht harte Konturen an den scharfen Kannten des Gewölbeinneren. Die Informationen die euch der Händler kurz vor seinem Tod gegeben hatte waren wahr. Ihr steht in einem lange verlassenen, nach Alter riechenden Minenschacht. Nur das fauchen der Goblins hinter euch übertönt das anhaltende klingen von Spitzhacken auf Adamantium. Sie schließen auf. Ihr habt gerade noch die Chance eure Waffen zu ziehen.

Roll for initiative!

Es gibt viele Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten. Die einen spielen am PC, die anderen machen lieber etwas in der freien Natur oder treffen sich mit Freunden. Nun gibt es aber auch Hobbies, die durchaus eher in die Kategorie “Geek” fallen. Eines davon sind Pen and Paper Rollenspiele.

This is a copyrighted image that has been released by Paizo Publishing, LLC as part of their Community Use Package.

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Was ist ein Pen and Paper Rollenspiel?

Die meisten werden den Begriff schon einmal gehört haben, haben jedoch nur eine Gruppe von “Losern” vor Augen, die sich gegenseitig in Muttis Keller erzählen, dass sie eine Elfe sind und durch den Wald schleichen, oder ein Einzelgänger-Dunkelelf sind, der mit seinen zwei Schwertern und seinem vertrauten schwarzen Panther mit smaragdgrünen Augen… Lasst das! Das ist overused as fuck! Typische “Loser” die beispielsweise Dungeons and Dragons spielen sind Matthew Mercer (Synchronsprecher von u.a. Mc.Cree, Anarky, Ganondorf) Matt Colville (Gamedesigner Turtle Rock Studios) und fucking Vin Diesel!!! Was ein Haufen Loser, nicht wahr?

Ein Pen and Paper Rollenspiel ist, wenn man es genau nimmt, der Ururgroßvater moderner Rollenspiele. Skyrim, World of Warcraft und selbst Fallout wäre nicht so möglich gewesen, wenn die Pen and Paper Spieler nicht die Vorarbeit geleistet hätte.

Tatsächlich sitzt eine Gruppe von Spielern mit ihrem Charakterbogen um einen Tisch (oder sonstigem bequemen Aufenthaltsbereich), notiert sich Dinge und würfelt. Nichts ist so wichtig und Heilig wie die Würfel. Außer das Wort des GMs versteht sich. Ziel des Spiels ist es, eine Geschichte gemeinsam zu erleben, zu entdecken und zu erfinden. Alle paar Jahre wird ein neues Regelwerk in den verschiedenen P&P Systemen veröffentlicht. Diese wurden meist in Kollaboration mit der Spielergemeinschaft verbessert und anschließend veröffentlicht.

Arten von P&P Rollenspielen

Natürlich gibt es nicht nur das Fantasy-Setting bei Pen and Paper Rollenspielen. Wie bei Büchern und Filmen, gibt es beinahe endlose Genres aus denen man auswählen kann. Erfindet man nun mit seinen Freunden eine Horror-Geschichte mit Vampiren und Mumien, oder eine Detektivgeschichte alá Sherlock Holmes, oder eine Kombination aus beidem mit einem sprechendem Hund und eine Angsthasen, der ironischerweise Shaggy heißt… Lassen wir das.

Natürlich ist auch das Sci-Fi Genre vertreten. So gibt es zu Star-Treck und Star Wars eigene Ableger und System. Wer träumt nicht davon ein epischer Held oder Kopfgeldjäger im Star Wars Universum zu sein, ohne durch die Reglementierungen von SWTOR davon abgehalten zu werden richtigen epische Geschichten zu erleben, oder gar selbst zu einer Legende zu werden?

Was braucht man um Pathfinder spielen zu können?

Wie bei den meisten P&P benötigt man eben genau das was der Name sagt. Einen Stift und Papier. Speziell einen Charakterbogen. Wenn ihr in einem Comicshop spielt, in dem die Spiele gespielt werden, ist das auch üblicherweise alles was ihr an den Tisch mit nehmen müsst. Und eine Menge Phantasie. Wollt ihr selbst eine Gruppe gründen, so benötigt ihr zumindest ein Regelwerk und… Naja Mitspieler. Ich empfehle die Einsteigerbox. Sie erschlägt euch nicht gleich mit ~600 Seiten Regeln (Keine Angst, die muss niemand auswendig kennen) und hat bereits einiges an nützlichem (aber nicht zwangsläufig notwendigen) Zubehör dabei. Dann kann es schon los gehen.

Natürlich bezieht sich das obere nicht nur auf Pathfinder, sondern auch auf alle anderen Pen and Paper Systeme wie Dungeons and Dragons oder Edge of the Empires. Lasst euch vom Preis nicht abschrecken. Die meisten Spiele haben Online Nachschlagewerke oder Taschenbuchausgaben mit den selben Informationen für weniger Geld. Pathfinder kostet nur 25€ und selbst das ist keine notwendige Ausgabe. Solltet ihr allerdings absolute Neulinge sein, so sollte zumindest der Spielleiter oder einer der Gruppenmitglieder eine Buchversion besitzen, da dort auch die Charaktererschaffung und diverse Sonderregeln deutlich ausführlicher erklärt werden, als im Referenz Dokument.

Wie gestaltet sich Pathfinder?

Pathfinder

Pathfinder

Pathfinder gehört zu den Außenseitern der Pen and Paper Regelwerke. Es wurde eine Weile als Dungeons and Dragons 3.75 gehandhabt, weil das Regelwerk viele Dinge von 3.0 und 3.5 verbesserte, jedoch nicht den selben Fehler machte wie Dungeons and Dragons 4e und das Spiel zu Kampflastig machte.

Im Grunde sagt euch das Regelwerk nur, was ihr mit den Zahlen anstellen müsst und wie das Kampfsystem funktioniert. was tut man, wenn der Charakter levelt? Wann sollte man rasten? Wie erhält man HP zurück? Womit verdiene ich Gold und wie zur Hölle bekomme ich das Meistergeschmiedete Schwert von Baromor, nach dem mir der Gamemaster schon seit fünf Sitzungen die Zähne wässrig macht?!?

Außerhalb des Kampfes und innerhalb eurer eigenen Charaktersicht könnt ihr in Pathfinder agieren wie ihr möchtest. Ihr könnt mit eurem Charakter anstellen was ihr möchtet, ohne von digitalen Barrieren von dummen Entscheidungen abgehalten zu werden. Wolltet ihr schon immer ein Königreich als schwarzer Ritter terrorisieren? Das geht in Pathfinder. Wolltet ihr schon immer wissen wie es sich in einem Hunger-Games Setting wirklich “anfühlt”? Nun, das könnt ihr in Pathfinder. Wolltet ihr schon immer als Magier eure Robe anzünden, dann wie ein wandelndes Buschfeuer durch die Stadt rennen und dabei “Bratwurst” schreien? Äh… ja, auch das könnt ihr in Pathfinder. Aber nehmt vorher einen Trank der euch Feuerresistenz verleiht…

Typischer Spielablauf

Üblicherweise treffen sich 2-12 Spieler in einem gewissen Intervall zu einer Partie Pathfinder (Folgend dient Pathfinder als Referenz für alle P&P Systeme, sei es Fantasy, Horror oder SciFi). Ich persönlich spiele lieber als Gamemaster mit einer Spielergruppe mit maximal 4 Personen. Mehr geht auch, allerdings wird es dann schwierig jedem Spieler sein Spotlight zu geben.

Der Spielleiter, oder auch GM(Gamemaster) oder DM (Dungeonmaster) genannt, gibt ein Setting vor und steuert Kreaturen und Gegenspieler der Charaktere. Er ist allerdings nicht ihr Gegner. Der Gamemaster ist vergleichbar mit Blizzard. Er gibt das Framework vor und entscheidet darüber, wie genau bestimmte Situationen gehandhabt werden, ist verantwortlich dafür die Spieler Herauszufordern und sie zu überraschen, zum nachdenken anregen etc. Er ist quasi der Spieleentwickler. Spieler und Gamemaster interagieren out of Character, sowie in Character. Sprich es wird s.g. “roleplay” betrieben.  Sind sich die Spieler nicht sicher genug, so können Spieler und GM auch in dritter Person von ihrem Charakter reden. “Valeron sagt, dass dies das und jenes”.

Daraus resultieren Ereignisse, die kein Spieler oder Gamemaster vorhersehen und vorbereiten kann. Daher haben Spielleiter viele Vorbereitungen getroffen, um zumindest die wichtigen Schlüsselelemente parat zu haben, wenn es darauf ankommt. Alles andere wird spontan improvisiert.

Pathfinder Subkategorie

Da ich merke, dass ich doch einiges mehr zu schreiben habe, als nur ein paar Worte zu dem Spiel und Spielprinzip Pen and Paper, werde ich eine Kurz-Artikelserie zu dem Thema verfassen. Aktuell starte ich eine Kampagne mit zwei Neulingen auf einer kostenlosen Online-Plattform. Wenn jemand bereits mitspielen möchte, kann er mich gerne kontaktieren.

In jedem Fall werde ich gerne die Erfahrungen hier teilen, oder aber einen Sub-Blog für Rollenspielspezifische Dinge erstellen. Mal schauen. Vielleicht bleibt es auch bei der Artikelserie.

In diesem Sinne.

 


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