Krisenvorsorge und Katastrophenschutz

Wer schon einmal bei seinen Großeltern im Keller war, kennt das Bunkerverhalten vielleicht noch. Vorsorge für einen Notstand.

In der heutigen modernen und, vor allem in unserer Region, von Überfluss begleiteten Zeit, halten es allerdings viele Menschen mit denen ich gesprochen habe für unnötig, ja sogar verrückt, für eine Krise vorzusorgen.

Hier einmal einige Aussagen die man hört, wenn Menschen mitbekommen, dass man einen Notvorrat hat oder weiß, wie man einen Esbitkocher bedienen muss:

Da rüstet sich wer für den dritten Weltkrieg.“ *hämisches Grinsen*

„Was für Katastrophen sollen denn da kommen?“

„Klar. hier auf dem Flachland gibt’s auch Hochwasser.“

„Ist ein Atomkrieg ausgebrochen von dem ich nichts weiß?“

„Was ist das? Die Ausrüstung für eine Zombieapokalypse?“

Also zunächst einmal ist die letzte Aussage mal falsch. Es gibt nicht „eine“ Apokalypse sondern DIE Apokalypse. Die Welt kann nur einmal untergehen. Wenn man nun von dem Terminus abweicht…

Ja. Im Grunde ist eine sehr gute Vorsorge auch in der Lage dir die notwendigen Voraussetzung zum Überleben in der Zombieapokalypse zu schaffen.

Ich persönlich nehme allerdings an, dass dieser Fall in naher Zukunft nicht eintreten dürfte.

Wahrscheinlicher jedoch ist ein Zusammenbruch der Versorgung oder eine großflächige Katastrophe.

Entfernen wir uns erst einmal von dem Gedanken, dass Notsituationen in unserer Zivilgesellschaft eher nicht an der Tagesordnung sind.

Man denkt zu leicht, dass man im ebenen Gelände, wo man vor Steinschlag oder Flutkatastrophen geschützt sein sollte, dass einem wenig bis gar nichts passieren kann.

Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Nun, dann sieh dich in deinem Haushalt bitte einmal um. Wie viele Geräte funktionieren ausschließlich mit Strom? Wie wird dein Wasseranschluss und deine Heizung betrieben?

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Du siehst, schon ein lokaler Stromausfall in deinen eigenen Vier Wänden kann fatale Folgen haben, wenn man nicht vorbereitet ist.

Die Lebensmittel im Kühlschrank werden innerhalb weniger Tagen, wenn nicht Stunden (je nach Wetter) schlecht. Die Vorräte im Gefrierfach und Gefrierschrank werden unbrauchbar, wenn sie nicht innerhalb Stunden verzehrt werden und dann bleibt noch die Frage, wie man es zubereiten möchte. Mit einem Herd der mit Starkstrom läuft? Mit der Mikrowelle? Mit einem Feuerzeug?

Natürlich gibt es Mittel und Wege mit normalen Alltagsgegenständen Nahrung haltbar zu machen und diese zuzubereiten. Diese Wege werde ich ebenfalls in diesem Blog beschreiben und auf ihre Effizienz und Durchführbarkeit prüfen.

Lassen Sie uns nun dieses Gedankenexperiment einmal etwas weiter ausdehnen.

Ein größerer Ausfall

Ein Blitz schlägt in eine Überlandleitung ein.

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Blitzeinschlag in Überlandleitung

Nun ist es so, dass dadurch ganze Ortschaften oder Stadtteile vom Stromnetz getrennt sind. Gerade für Menschen ohne Auto kann dies zu einem Mittelfristigen Problem werden.

Warum?

Zu den oben bereits geschilderten Ausfällen kommen nun Regionale Störungen hinzu.

Um herauszufinden was uns erwartet bedenken wir erst einmal erneut was in dem betroffenen Gebiet mit Strom versorgt werden muss.

Da wären zum einen die offensichtlichen Dinge wie die Kühlregale im  Supermarkt, Schiebetüren, Kassen… aber auch Dinge an die man nicht sofort denkt wie beispielsweise die Zapfsäulen der Tankstellen, Tresore und das Straßenlicht. Und wie will man bezahlen? Banken werden ihre Tresore nicht öffnen können und auch Bankautomaten funktionieren mit Strom. Ebenso wie Kartenlesegeräte. Der Fernverkehr wird zu großen Teilen Lahm gelegt da auch die Weichen der Bahn mit Strom betrieben werden. Natürlich gibt es für einige dieser Dinge Notstromaggregate, jedoch halten diese nur wenige Stunden, wenn überhaupt und es dauert eine Zeit bis eine Überlandleitung repariert wird oder der Strom anders zu einem gelangen kann.

In dieser Zeit können Menschen nur mit dem Fahrrad täglich pendeln um die benötigten Vorräte in ihre kalten Wohnungen zu bringen. Da kein Kühlschrank mehr funktioniert, muss das meiste sofort verzehrt werden. Mangelernährung und Krankheiten sind die folge. Auch die sanitäre Möglichkeiten sind problematisch. Chemieklos sind nicht überall verfügbar und auch diese müssen entleert werden. Wo soll dies passieren? Auch die Geschäfte im Umland werden schnell leer gekauft sein, da diese nur begrenzte Lagerkapazitäten bieten, wie in unserem Fall sinnlose Elektrogeräte.

Man sieht also, dass „Kleinigkeiten“ unsere gesamte Just-in-Time Wirtschaft sehr schnell lahm legen können. Wenn wir das Szenario nun weiter ausbauen, beispielsweise auf ein kaputtes Umspannwerk, kann sich jeder vorstellen welche katastrophalen Auswirkungen dies auf die Umgebung hat. Und dabei ist es nicht nur so, dass Blitze unser größtes Problem sind. Man stelle sich die Kettenreaktionen von Hochwasser, Sturm, einer Feuersbrunst etc. pp. vor.

Auch dauerhafter Regen kann zu Hochwasser führen. wenn der Regen das s.g. Porenvolumen des Bodens überschreitet. So fließt das Wasser nicht mehr ab und sammelt sich an der Oberfläche. Sie wohnen an einem Bach? Dann freuen Sie sich. Im Mai diesen Jahres sind bereits Tornados über Nord Deutschland hinweg gezogen. Und nur weil ihr Bach in den letzten, sagen wir, 20 Jahren kein bedrohliches Hochwasser geführt hat, kann es ohne weiteres dazu kommen, dass er sich innerhalb kürzester Zeit in eine sogenannte Blitzflut verwandelt.

Darum ist die Krisenvorsorge heute noch wichtig!

Eine Katastrophe muss also nicht zwangsläufig etwas mit ABC Alarm oder ähnlichem zu tun haben, sondern kann ganz natürliche Ursachen haben. Deshalb werde ich in den folgenden Artikeln auf die Vorbereitung eingehen. Darauf was wichtig ist, was zu vernachlässigen ist und was einen auch psychisch erwartet.

Folge mir mit den Artikeln der Kategorie „Krisenvorsorge und Management“ in einen Bereich, der lange Vergessen und heute verlacht ist, doch nie so wichtig gewesen ist wie jetzt. Vor einer Krise.

Die Artikel der Serie liste ich euch an dieser Stelle einmal auf:


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