Vorbereitungen – Krisenvorsorge Teil 2

In unserer modernen Zeit schlägt eine Krise nicht mehr so langfristig zu, wie noch vor einigen Jahren. Allerdings schlagen sie heute heftiger zu. In meinem heutigen Artikel der Artikelserie „Krisenvorsorge und Management„, geht es um allgemeine Grundsätze und Vorbereitungen. Eine Übersicht über die Teile der Artikelserie findet ihr hier.

Die richtigen Vorbereitungen

Um heutzutage alle erforderlichen Vorbereitungen für den Ernstfall zu treffen, muss man zum Teil enorme finanzielle Summen stemmen, damit man nicht wie der Rest der Gesellschaft mit nutzlosen Elektrogeräten und ohne Verpflegung da steht. Das geht allerdings auch Kostengünstiger ohne zu viel Improvisation. Natürlich könnte ich hier nun einfach eine Liste mit Amazonlinks einstellen, was ich noch werde, aber einfach blind alles zu kaufen was angeboten wird ist nicht Sinn der Vorbereitungen und auch nicht wirklich förderlich.

Es ist wichtig, dass man sich selber Prioritäten setzt, die im Fall der Fälle auch konsequent durchgesetzt werden. Ein Hausbesitzer muss andere Vorbereitungen treffen und hat andere Möglichkeiten als jemand in einer Mietswohnung. Einige Dinge sind jedoch gleich und zwar die Bedürfnisse der Menschen zum Überleben. Denn genau das ist das hohe Ziel. Wenn möglich, sowohl finanziell als auch vom Platzbedarf her, ohne zu viel seines Alltags zu verlieren.

Anmerkung zu den nächsten Abschnitten. Es sollte natürlich in euren Möglichkeiten stehen und nicht euren Stresslevel unnötig hoch treiben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es natürlich nervtötend ist, einen Tag seines Lebens damit zu verschwenden. Aber lieber einen Tag Vorbereitungen getroffen und gewappnet sein, als nie einen Stromausfall erlebt zu haben. Und im Gegensatz zu der ehemaligen Wehrpflicht nehmt ihr dadurch sogar noch etwas für das richtige Leben mit und das in deutlich kürzerer Zeit ;-)

Welche Vorbereitungen sind wichtig?

Beginnen wir nun also mit dem häufigsten Problem im Fall einer Katastrophe. Der Stromausfall. Ein kompletter Stromausfall ist in den meisten Krisen das erste Problem dem wir uns stellen müssen. Um effizient Vorbereitungen treffen zu können, wäre es günstig, wenn man einen freien Tag, am besten einen vor dem nächsten Einkauf, dazu verwendet, den Strom im gesamten Haus bzw. der Wohnung abzuschalten. Bitte nicht vergessen Lebensmittel aus Gefrier und Kühlschrank soweit wie möglich zu verbrauchen und alle sicherheitsrelevanten Sicherungen aktiv zu halten. Am günstigsten kann man ein solches Szenario während des Winters durchführen, da die Lebensmittel nicht so schnell verderben und man sehr deutlich spürt was es heißt, keine Heizung zu haben.

Im Falle einer Mietwohnung ist es so, dass die Temperatur nicht ganz so tief sinken kann, wie es in einer wirklichen Krise der Fall sein würde, da die Wohnungen neben, über und unter einem selbst, immer noch Wärme abstrahlen. Aber auch so dürfte ein Eindruck dessen vermittelt werden, was ich euch nahe bringen und auf was ich euch vorbereiten möchte. Verbringt nun einen Tag Zuhause merkt man sehr schnell was man selbst im Falle eines Stromausfalls wirklich benötigt. Bei allen dürfte es sich erst einmal um die Wasserversorgung, Wärme und Licht handeln. Bitte bedenkt, dass ein Stromausfall, je nach Katastrophe oder Krise, auch deutlich länger als eine Woche anhalten kann. In dieser Zeit funktioniert auch keine Waschmaschine, keine Spülmaschine und kein Trockner. Geht nun durch eure Wohnung und schreibt alles auf, was ihr für dringend notwendig haltet. Versucht dafür einen Ersatz zu besorgen. Einige Dinge werde ich allerdings noch ansprechen und Hinweise, sowie Alternativen geben.

Das Problem mit dem Wasser

Das Wasser sollte in dieser Zeit durch alle möglichen Gefäße wie Töpfe, Eimer, oder zur Not auch Müllbeutel gesammelt bzw. gelagert werden. Achtung! Wasser darf nie längere Zeit offen stehen, da sich sonst, je nach Hygienestand, Bakterien im stehenden Wasser

absetzen und Durchfall-Erkrankungen bewirken können. Unglücklicherweise habe ich Vorbereitung Regenwassernoch keine durchschnittliche Zeit gefunden, in der offen stehendes Wasser „schlecht“ wird. Ich selbst würde Regenwasser (frisch aufgefangen, am besten mit einem Wasserfilter zu sich nehmen) nach 3-5 Tagen nicht mehr als Trinkwasser verwenden. Je nach Algenbildung eher früher. Das letzte was man ohne funktionierende Toilette benötigt ist eine Darmerkrankung. Nutzer einer Regenwasserverwertungsanlage, welche nicht vom Elektronetz abhängig ist, sollten hauptsächlich auf dieses Wasser zurückgreifen. Auch hier bitte im Zweifel filtern. „Regenwasser“ kann auch mit Handtüchern und anderem Stoff wie Kleidung vom Tau gesammelt werden. Über Osmose braucht man sich bei solch einem Wasser im Normalfall keine Gedanken machen. Erst bei dauerhafter Anwendung kann „destilliertes Wasser“ dazu führen, dass Kalzium fehlt. Solange man Nahrung in ausreichenden Mengen zu sich nimmt, wird es nicht zur Osmose oder anderen Erscheinungen kommen. Empfohlene Vorbereitungen wären hier: Salz und Nährstofftabletten. Etwas Salz ins Wasser schützt von Mangelerscheinungen und die Brausetabletten können als Alternative verwendet werden.

Vorbereitungen für die Wärme

Wenn die Heizung nicht mehr anspringt und das Wasser nicht mehr in die Heizkörper gepumpt wird, ist es notwendig auch hier Vorbereitungen getroffen zu haben. Es gibt einige Möglichkeiten einen Raum warm zu halten. Im Falle eines Stromausfalls sollte man sich im kleinsten verfügbaren Raum versammeln und einige Kleidungsschichten an behalten. Hier bitte das Zwiebelprinzip beachten. An dieser Stelle empfehle ich einen Heizwärmer auf Petroleumbasis. Auch die Lampen von Petromax, welche als „Heizung“ und häufig mit integriertem Kocher daherkommen sind empfehlenswert. Dieses

Multifunktionsdenken ist in einer Krisensituation ein entscheidender Vorteil, da sie nicht nur Licht und Wärme spenden, sondern auch Sauerstoffarm verbrennen und entsprechend wenig gelüftet werden muss. Auch eine Möglichkeit, mit ähnlichen life-864359_640Funktionen, ist der sogenannte Schwedenofen. Dieser besitzt ebenfalls eine Kochstelle, allerdings fällt diese deutlich größer aus, sodass man gar kleinere Mahlzeiten auf ihm zubereiten kann. Allerdings werden diese mit Holz betrieben, was eine Vorlagerung notwendig macht und demnach Platz verbraucht. Auch im Betrieb ist Vorsicht zu halten, denn neben der erhöhten Brandgefahr ist hier die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung deutlich höher. Wenn möglich, sollte man im allgemeinen Heizgeräte, die durch Verbrennung arbeiten, möglichst mit einem Sauerstoffsensor kaufen. Diese schalten sich bei zu niedrigem Sauerstoffgehalt in der Luft selbstständig ab. So kann man diese „Gefahrlos“ auch über Nacht laufen lassen. Eine Kombination aus Schlafsäcken und einem Teelichtofen kann auch dafür Sorgen, dass des nicht zu kalt wird. Anstelle des Tontopfes kann auch ein Kochtopf verwendet werden. Ausgeschnittene Dosen sind im Falle der Fälle auch möglich, aber nicht effizient genug. Mit Hilfe eines solchen Ofens kann man einen mittelgroßen Raum innerhalb einer Stunde um mindestens 2°C aufwärmen. Die Vorbereitungen in dieser Kategorie halten sich am geringsten. Gerät wählen, besorgen und abstellen. Gegebenenfalls einmal vorlaufen lassen, um sich damit vertraut zu machen und bei einigen Geräten den Gestank der ersten Verbrennung raus zu bekommen.

Vorbereitungen für das Licht

Neben den bereits angesprochenen Teelichtern, sollten mindestens ein oder zwei breite Kerzen im Haus sein. Des Weiteren sind Taschenlampen von hoher Bedeutung. Nach Möglichkeit sollte man auch hier mindestens eine Lampe mit integriertem Dynamo vorhanden sein. Die Preise für ein solches Gerät schwanken zwischen 1€ aus dem 1€ Shop bis hin zu mehreren Hundert Euro. Ich selbst verwende zwei 1€ Versionen und habe noch eine für damals 46€. Ich werde hier keine Produktanzeige bzw. Beschreibung abgeben, da ich diese noch nicht wirklich getestet habe. Um einen Raum vollständig auszuleuchten, sollte man über die Verwendung eines Diffusors nachdenken. Dies ist jedoch Luxus und nicht zwingend erforderlich.

Vorbereitungen für die Energie (Spannung, Strom)

Eine persönliche Empfehlung wäre noch, mehrere Packungen sehr günstige Batterien in der Hinterhand zu halten, und einige (3-4 Packungen) sehr gute Batterien (Keine Akkus!) für die Taschenlampen und anderen wichtigen Geräten zu sammeln. Die günstigen Batterien sollten für entsprechend unwichtigere Geräte vorbehalten sein. Taschenlampen für die Orientierung bei Nacht (Toilettengang, Beleuchtung des Raumes) und die teureren bzw. jene von höherer Qualität sollten den Geräten vorbehalten sein, die absolute Priorität

Vorbereitung Energie

Wenn der Strom ausbleibt, benötigt man alternative Energien

haben. Im Falle eines Stromausfalls wäre das wohl hauptsächlich das Radio und, sofern notwendig, die Hochleistungstaschenlampen. Bei Hausbesitzern notwendig wenn im Hof
und Garten was bei Nacht geprüft werden muss. Eine ganz wichtige Anmerkung noch: Haltet eure Fenster und Jalousien bzw Rolladen bei Nacht unten! Wenn das Haus so etwas besitzt, schließt auch die Sturmklappen vor den Fenstern. Zum einen verringert das enorm den Wärmeverlust durch die Fenster und zum anderen hält es im Zweifel unvorbereitete Nachbarn davon ab bei euch Einzubrechen und eure Vorräte zu stehlen. Tut am besten so als wärt ihr gar nicht da. Wenn um Hilfe gebeten wird und ihr die Möglichkeit habt, sollte hier natürlich geholfen werden. Manchmal muss die Vernunft nunmal der Menschlichkeit weichen. Aber Achtung. Im Falle einer richtigen Katastrophe oder lang anhaltenden Probleme, wird auch der Nachbar, der immer so nett war und euren Rasen mit gemäht hat oder euch die Schneeschaufel geliehen hat, nachdem ihr auf ein Bier in der Eckkneipe wart, nicht zögern, dich und deine Familie zu bestehlen und gegebenenfalls Gewalt auszuüben um an eure Vorräte zu kommen um damit seine Familie zu retten. Ihr würdet ähnlich handeln. Von Solarenergie halte ich persönlich sehr viel. Im Katastrophenfall jedoch, sind die kleinen Solarpanel für Wanderer meist entweder beschädigt oder bringen nicht genügend Spannung. Besitzer einer Photovoltaikanlage auf dem Dach sind unabhängig vom Stromnetz und sollten daher auch keine direkten Probleme durch einen reinen Stromausfall haben. Wenn Akkus verbaut wurden und die überschüssige Energie nicht in das Netz eingespeist wird, sollte hier Nachbarschaftshilfe groß geschrieben werden! Akkus sollten geladen werden, Kommunikationswege offen gehalten und Radios aktiv gehalten werden. Achtet aber auf euren Stromverbrauch. Er sollte nur für wirklich sinnvolle und/oder effiziente Zwecke verwendet werden. Das Smartphone bleibt aus! Schaut lieber, dass ihr ein Altmodell mit mehreren Tagen oder Wochen Laufzeit auftreibt. Die Vorbereitungen können hier natürlich ausgebaut werden, indem man Solarpanel speziell für den Notfall kauft. Ich persönlich halte dies jedoch für Geldverschwendung, da sie zu teuer sind um nur im Krisenfall verwendet zu werden. Da sollte man lieber andere Vorbereitungen treffen und einen Dieselgenerator, oder noch besser, einen Generator auf Basis der Muskelkraft bauen.

Vorbereitungen für Geräte

Vorbereitungen zu Geräten zu treffen ist allgemein gehalten eine schwierige Sache. Dringend empfohlen wird in jeder Krise ein Notradio mit Kurbel-, oder Solarantrieb. Wenn ein solches nicht greifbar ist, dann zumindest eins mit Batteriebetrieb. Diese Radios werden eure Hauptkommunikationsmittel mit der Aussenwelt und den Hilfskräften sein. Diese senden im Unglücksfall Notnachrichten auf allen Frequenzen im regionalem Bereich. Seid ihr in einer Gruppe geschützt in einem Haus, so reicht dies an Kommunikation aus. Seid ihr jedoch unterwegs, oder alleine, ist zwingend ein Funkgerät von Nöten. Es kann sehr schnell etwas passieren wenn man alleine ist und Unterwegs verliert man sich unter Umständen. Es ist wichtig in solchen Situationen einen direkten Kontakt herstellen zu können. Innerhalb eines Hauses oder einer großen Wohnung lohnt sich für Einzelgänger ein CB-Funkgerät. Durch die Reichweite und starken Impulse, die es geben kann, kann es auch bei schlechtem Wetter noch Senden und Empfangen, wo Kleingeräte ausfallen. Radio und Funkgerät sind die Dinge, an denen ihr in keinem Fall sparen dürft. Besorgt euch gute Geräte und testet sie, wie alle Ausrüstungsteile, vor einer Katastrophe ausführlich. Auch, beziehungsweise gerade, bei schlechtem Wetter. Wenn ihr spart und ein 0/8/15 Doppelpack aus dem Mediamarkt kauft, kann es sein, dass ihr bei schlechtem Wetter selbst auf kurzer Distanz keinen Empfang erhaltet. In diesem Fall habt ihr ein nutzloses Stück Technik in der Hand und schleppt unnötig Ballast mit euch herum. Im schlimmsten Fall erhaltet ihr nur abgehakte Funksprüche (auch beim Radio) neben dem statischen Rauschen und missversteht eine Anweisung. Aus „Die Brückenpfeiler im Süden sind unterschwemmt. Sie bricht jeden Augenblick zusammen!  Geht zu dem Licht in Richtung Osten!“ wird dann ganz schnell: „ZzzZ..Brücke .Zzzspspp Süden. ZZZpzpzpzz zoz zusammen! zpzpzpz zpzzzszzz zpszzsz nicht zsz Richtung Osten!“ Wie man hier schön sieht, können 5€ tatsächlich Leben retten. Wenn auch anders als es von den Werbebranchen gedacht war. Die Vorbereitungen sollten hier immer wieder kontrolliert werden. Funktioniert noch alles? Sind genügend Batterien da? Wie sieht es mit wasserdichten Verpackungen aus?

 

Im nächsten Teil der Serie geht es weiter mit den Vorbereitungen und einer Zusammenfassung. Ein großer Teil wird die erste Hilfe und die Notnahrung einnehmen. Bis dahin bedanke ich mich für das Lesen und lasst gerne einen Kommentar da.

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