League of Legends – Gastbeitrag Drake

Vorwort des Chronisten:

Heute gibt es erneut einen Gastbeitrag. Dieses mal von Christopher Drake, welcher seine persönlichen Eindrücke zu League of Legends beschreibt. Ich selbst spielte das Spiel bereits und sicherlich viele Interessierte Spieler von euch auch. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass meine persönliche Meinung durchaus nur zu einem Teil mit der Drake’s übereinstimmt. Da das Spiel allerdings allseits bekannt ist und sich die meisten ihr eigenes Bild darüber machen konnten, werde ich selber keinen Artikel über League of Legends verfassen. Ich wünsche euch aber dennoch viel Freude an diesem Gastartikel. Solltet ihr selber einen Artikel schreiben wollen, so lasst ihn mir zukommen. Ich freue mich immer über weitere Meinungen.

 

Vorwort

Hallo!

Mein Name ist Drake und das ist mein erster Gastbeitrag in diesem Blog.

Diejenigen unter den Lesern, die sich zu den Gamer zählen (also vermutlich die Meisten), League of Legendswerden bestimmt schon im Rahmen von E-Sports-Events oder von Gamerkollegen von dem beliebten Spiel League of Legends gehört haben, wenn nicht sogar schon selber gespielt haben.

Ich selbser spiele bereits seit immerhin 3 Jahren und habe schon einiges an Erfahrung sammeln können, sei es vom Spiel oder von der Community. Ich werde hier einen kleinen Bericht über diese Erfahrungen einbringen.

Angemerkt sollte sein, dass ich kein Profispieler bin, aber mich selbst für zumindest besser halte als der durchschnittliche Spieler. Außerdem soll das hier kein Tutorial zu League of Legends werden. Wer das Spiel noch nicht kennt, kann eine der tausend verschiedenen Videos zu diesem Thema anschauen. Hier geht es allein um meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen zum Spiel.

Anmerkung des Chronisten: Dem geneigten Leser stelle ich hier mal eines der Videos zur Verfügung:

Faszination League of Legends

League of Legends ist ein Spiel für Leute, die mit spielerischen Fähigkeiten angeben wollen. Quasi Call of Duty für Leute, die nicht gut zielen können. Es ist KEIN Spiel für zwischendurch.

Das liegt zum Einen daran, dass eine Runde durchschnittlich um die 45 Minuten oder länger dauert und zum Anderen, dass eine Runde League of Legends eine höllische Menge an Frustpotential birgt. Dazu später mehr. Wer jedoch nach einem Spiel für längere Zeit mit Wettbewerbsfeeling sucht und Zeit und Mühe aufwenden kann, um die „Wissenschaft“ dahinter zu erforschen, der ist hier richtig. Ihr werdet es LIEBEN. Ihr werdet es HASSEN. (Oh ja, das werdet ihr.) Denn das Spiel macht SÜCHTIG. Fragt mich nicht warum, aber wenn man schon einige Zeit und Mühen hineininvestiert hat (und eventuell auch etwas Geld), fällt es einem schwer sich für etwas anderes zu begeistern. Es fühlt sich kein anderes Spiel so spannend an.

Man kann, wenn man mit Kumpels im TS/Skype/etc. zusammen spielt unglaublich viel Spaß haben, wenn sich alle an einer ungewöhnlichen Aktion oder einem witzigen Moment erfreuen. Denn davon gibt es einige. Ehrlich spielt nicht alleine, ihr werdet keine Freude daran haben.

League of Legends erfreut sich einer umfassend großen Fangemeinde und Community, was unter Anderem am Kernstück der gesamten Präsentation des Spiels liegt: Der Profiliga, oder kurz LCS. Hier treten Profispieler auf sehr hohem Niveau gegeneinander an. Und wenn man als hoffnungsvoller Spieler diesen Leuten zuschaut, sagt man sich des League-of-Legends-So-viele-Helden[1]Öfteren: „Das kann ich auch.“ Ein weiterer Suchtfaktor ist also, dass LCS-Matches sehr inspirierend sind. Zumindest für Leute mit sportlichem Interesse an der Sache. So wie ich. Wobei die Gewinner der LCS doch recht einseitig koreanisch sind. Ohne rassistisch klingen zu wollen, aber die Menge an Schlitzau… tschuldigung, an Asiaten in der LCS ist doch eher auffallend. Aber das nur nebenbei.

Denn an dieser Stelle endet die Lobpreisung des Spiels League of Legends abrupt.

Frustration

Viele Mitspieler, die möglicherweise bis hierhin zweifelnd die Stirn gerunzelt haben, werden jetzt vermutlich beginnen wie ein Wackeldackel mit dem Kopf zu nicken. Denn ab jetzt kommen sehr bekannte doch totgeschwiegene Probleme des Spiels.

„OH MEIN GOTT, warum tu ich mir das eigentlich noch an?“ Es vergeht mittlerweile keine Runde League of Legends für ich, ohne dass ich mir diese Frage stelle. Wirklich. Das Spiel treibt einen nicht einfach nur an den Rand des Wahnsinns. Nein, Nein. Es treibt einen an den Rand des dunkelsten Kerns seiner Selbst. Es weckt den Flamer auch im liebsten, harmlosesten Menschen der Welt. Das hat zahlreiche Gründe. Die aktuellsten, oder auch IMMER aktuellen habe ich hier:

Die LCS

Anmerkung des Chronisten: LCS bedeutet League of Legends Championship Series. Offensichtlich ist der Publisher Riot games nicht gewillt gewesen, die Auflagen der bis dahin bekanntesten E-Sport Liga, der Electronic sports league (ESL) zu erfüllen.

 

Ja, die stand gerade noch auf der guten Seite dieses Beitrags. Denkste. Denn gerade die Tatsache, die ich eben erwähnt habe, dass LCS Spiele so inspirierend sind, ist ein massives Problem in League of Legends. Gerade jetzt, nach den Weltmeisterschaften, fängt die Hälfte LCSaller Spieler an, jeden seltsamen Itembuild, jeden Zug oder jede Teamstrategie zu kopieren und all diese in eine verzerrte und natürlich vollkommen nutzlose Verwurstung des Originals zu verwandeln, die dann der anderen Hälfte der Spielerschaft die Spiele versaut. Der Punkt dabei ist, dass diese Dinge in der LCS was bewirken, aber halt auch nur da. Denn der Unterschied zwischen Bronze bis – na sagen wir mal – Platin und der Master- und Challengerriege ist ein astronomisch Höher. Es wird grundsätzlich anders gespielt. Und das kriegen die Leute nicht in ihre Köpfe rein.

Die Meta in League of Legends 

Oh ja, die andere Seite der Medaille. Die allgemeine Spielweise oder auch Meta auf den niedrigen Rängen. Es wird grundsätzlich immer das Selbe gespielt. Die selben Chamions, die selben Strategien. Und wirklich, es gibt eine Liste an Champions, die langsam einfach nicht mehr sehen kann, weil sie ANDAUERND ausgewählt werden. Wer sich nicht an die Meta hält, sei es auch nur ein fantasievoller Champion an einer ungewöhnlichen Stelle, wird automatisch zum Buhmann des Spiels und der Grund weshalb man verliert. Und man wird verlieren, weil die Mitspieler mehr damit beschäftigt sind, dich zuzuflamen als sich auf das Spiel zu konzentrieren. Dazu allerdings später noch mehr. Die Meta ist sozusagen der heilige Gral der Bronze-Elo bis hin zur Diamant-Elo. (Und ehrlich, warum rennen die Leute immer zu 5t rum, wenn ihnen sonst nichts einfällt? Das ist langweilig!)

Anmerkung des Chronisten: Die Elo-Zahl ist eine Wertungszahl, die die Spielstärke von Go– und Schachspielern beschreibt. Das Konzept wurde inzwischen für verschiedene weitere Sportarten adaptiert.

Das Balancing

Ein weiteres leidiges Thema und für mich persönlich Reizthema Nummer 1 sind diese verflixt unbalancierten Champions.

Jetzt erwarte ich schon den Ausruf: „Es gibt keine Noobchamps!“, aber ehrlich mal: Wenn ein Darius mit gerade mal 3 Kills Vorsprung drei Leute im Alleingang plattmacht ohne auch nur mehr zu machen als alle Knöpfe zu drücken, dann ist das ein Noobchamp.

Jedenfalls gibt es gerade im Moment genug Beispiele von Champions, die bildlich gesprochen pfeifend in 5 Leuten stehen, von allen Seiten beharkt werden und trotzdem lebendig aus dem Kampf rausgehen (Garen), von Champions, die einen mit 2 Tastendrücken ins Reich des Vergessens pusten können (Veigar), und von Champions, die einzig und allein dazu erschaffen wurden um den Gegnern AUF DEN SACK ZU GEHEN hustteemohust.

Das Ranking

Das Elosystem in League of Legends ist ein wenig… gewöhnungsbedürftig. Kurz umrissen kriegt man Punkte, wenn man ein Spiel gewinnt. Mit genug Punkten hat man die Chance, eine Elo aufzusteigen. Das Problem ist, dass man im Falle einer Niederlage auch Punkte verliert. Und gerade auf der Elo Bronze bis Gold ist das ein ernstes Problem. Denn die die Menge an Spielen, die man verliert, weil der Gegener auch wirklich besser war, kann man an einer Hand abzählen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass irgendeine Pfeife (Diese im nächsten Punkt) das Spiel für euch ungewinnbar macht. Und gerade wenn man, so wie ich, als Support spielt, ist man einfach auf seine Teammitglieder angewiesen. Und wer sich auf diese verlässt, ist – oft genug wortwörtlich – verlassen.

Da Das Elo-System für Einzelspielerwettkämpfe bzw. deren Wertung errechnet wurde, ist es verständlich, dass ein Teamspiel nur dann damit gewertet werden kann, wenn es ein eingespieltes und festes Team ohne wechselnde Mitglieder ist. Hier wird die Elo Rechnung des Teams jedoch auf den individuellen Spieler festgesetzt.

Drizzi

Die Communnity

Womit wir auch zu dem ernstesten Problem von League of Legends kommen. Diese Community. Ich habe noch nicht viel Erfahrung mit den Communities anderer Spiele, aber ich glaube mit Fug und Recht behaupten zu können, dass es sich hierbei um die mieseste Community der Spielewelt handelt. Die Variationen menschlicher Scheißigkeit in diesem Spiel ist überwältigend vielfältig. Wenn nicht schon im Vorfeld des Spiels einer anfängt rumzuheulern, weil er diese Rolle nicht kann, weil er nur diese Rolle spielen will, oder sogar weil ein Teammitglied einen Champion ausgewählt hat, der ihm nicht gefällt, dann geht es im Spiel erst richtig los. Ich rede hier nicht von schlechten Spielern. Die sind verschmerzbar (Wobei, nein, sind sie nicht, hört auf zu feeden, verflixt nochmal). Nein, ich rede von schlechten Spielern, die auch noch anderen für ihre Unzulänglichkeiten die Schuld geben, von Leuten, die noch 2 Toden das Spiel verlassen oder anfangen den Gegnern zu helfen, von Leuten, die einen offen beleidigen und der Familie mit dem Tode drohen, von… ach es sind einfach zu viele. Selbst ich, und ich halte mich für eine wenigstens ausgeglichene Person, kann es manchmal auch nicht lassen, meiner angestauten Wut freien Lauf zu lassen. Denn die Krux bei der Sache ist, dass du das gesamte Spiel in allen 45 Minuten aushalten musst (Denn aufgegeben wird nicht, ohhhh nein), wohl wissend, dass du schon seit Beginn des Spiels nie den Hauch einer Chance hattest dieses zu gewinnen. Diese Leute fahren euch, auf ein oder andere Art, das Spiel an die Wand. Mit Anlauf. Und GERONIMO.tpg-trolls[1]

Fazit

League of Legends kann ein schönes Spiel sein. Das Traurige ist, das ist eher selten der Fall. Nach dem ich jetzt 3 Jahre gespielt und mitgefiebert habe, habe ich für mich nur noch eine letzte Lektion daraus gezogen: Ich brauche ein neues Spiel.

Schlusswort

So, das war’s mit meinem ersten Beitrag hier. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Ich würde auch gerne noch mehr von mir hören lassen. In diesem Sinne:

Mit freundlichen Grüßen aus der Elohölle,

Chrstopher Drake


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