Fähigkeiten Krisenvorsorge Teil 7

Im Fall einer Krise ist es immer nützlich bestimmte Fähigkeiten zu besitzen und einige Kenntnisse über sich und seine Umgebung zu haben. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den wichtigsten Kenntnissen, die man in einer Krise haben kann.

Wo komme ich her, wo will ich hin? Dies ist die wohl wichtigste Frage die sich ein Mensch in unserer Gesellschaft stellen muss. Wir beschäftigen uns vor allem in unserer Pubertät mit dieser Frage. Später haben wir keine Zeit mehr dazu sie uns zu stellen. Wenn nicht gerade eine Neuorientierung im Job oder im Privatleben ansteht oder uns Depressionen plagen, dümpelt man auf dem Schiff seines Lebens einfach hin und her und lässt sich von der Strömung mitnehmen.

Man kann sich vorstellen, dass diese Metapher in einer Krisensituation ganz schnell Realität werden kann, wenn man nicht die erforderlichen Kenntnisse besitzt sie zu meistern.

Mit diesen Kenntnissen werden wir uns heute beschäftigen. Bevor sich nun aber jemand abwendet und sagt: “Für so etwas habe ich keine Zeit, ich muss noch dies und das lernen und mein Job bietet mir auch keine Zeit, sowie Familie etc.” dem sei folgendes gesagt:

Es muss jeder selbst bestimmen wann er sich wie fortbildet. Es sei nur anzumerken, dass alle Fähigkeiten und Kenntnisse die ich auf dieser Seite beschreibe im privaten Leben ebenfalls ungeheure Vorteile bieten kann. Fähigkeiten wie die Erste Hilfe sind IMMER gut. Sei es im Job, im Verkehr oder Privat. Dies gilt aber auch für die meisten anderen der hier erwähnten Kenntnissen und Fähigkeiten.

Eure Fähigkeiten in der Krisensituation

In einer Gruppe

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, ob man Teil einer Gruppe ist, oder ob man alleine zurecht kommen muss. Ist man ein Teil einer Gruppe, so mache dir Gedanken über die Individuellen Fähigkeiten der einzelnen Gruppenmitglieder. Ist einer ein guter Läufer? Gibt es einen ausgebildeten Sanitäter? Hat deine Gruppe spezielle Möglichkeiten?

Mache dich darüber klar wie du deine Gruppe weiter bilden kannst und wie du die vorhandenen Stärken nutzt. Sei dir aber dessen bewusst, dass jede Fähigkeit, die die einzelnen Gruppenmitglieder besitzen, auch dir selbst bis zu einem gewissen Maß zu Eigen sein müssen.Fähigkeiten Gruppe

Es gibt gewisse Fähigkeiten, die euch nur selbst weiter bringen. Ein Beispiel dafür wäre die Selbstverteidigung. Es bringt nichts wenn einer eurer Gruppenmitglieder ein Weltmeister in Karate ist, dieser aber gerade nicht zugegen ist wenn ihr von Aggressoren angegriffen werdet.

Mache aus jedem deiner Mitglieder bereits im Vorfeld einen Experten. Schule sie aber auch in den anderen wichtigen Dingen. Jeder deiner Gruppenmitglieder sollte mit einem Feuerstahl ein Feuer entfachen und dieses unterhalten können. Rudimentäre Krisenmanagements – Fähigkeiten, die ich in den vorhergehenden Artikeln erwähnt hatte, sollte jedes deiner Gruppenmitglieder beherrschen. Gruppenmitglieder könnten ausfallen und nicht verfügbar sein. Daher sollte jedes Mitglied ein Stück weit alleine klar kommen können um die Gruppe sinnvoll voran zu bringen.

Im Großen und Ganzen solltest du, je nach Größe deiner Gruppe, die wichtigsten Fähigkeiten wie Erste Hilfe, Heilkunde und Ernährung unter deinen Mitgliedern verteilen und diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten ausbilden lassen.

Alleine

Dein Überleben hängt immer von deinen Fähigkeiten ab. Nicht nur in einer Krisensituation sondern auch im beruflichen Leben. Ohne ordentliche Ausbildung bekommt man (üblicherweise) keinen ordentlichen Job und muss sich auf Kosten anderer durchs Leben schlagen. Das mag in einem Sozialstaat funktionieren, aber eine Gruppe wird dich sicherlich nicht aufgrund deines guten Modegeschmacks mitnehmen. Weibliche Leser können sich hier allerdings vorstellen, dass es mit Sicherheit Gruppen in einer lang anhaltenden Krise geben wird, die euch für… alternative Dienstleistungen mit nehmen würden. Ich persönlich würde mich aber weder darauf verlassen, noch darauf spekulieren. Ich stelle es mir eher erniedrigend vor. Aber gut, das ist eine andere Geschichte.

Wenn man sich alleine auf eine Krisensituation vorbereiten muss oder will, kann man sich natürlich nicht effektiv alle Fähigkeiten und Kenntnisse aneignen, die man gerne haben möchte. Das würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und diese Fähigkeiten müssten auch immer wieder geschult werden. Allerdings solltest du dir alle Fähigkeiten aneignen, die für deine Umgebung und deine Heimat wichtig sind. Wohnst du beispielsweise in einem Haus in der Nähe der Berge, und dein Fluchtweg führt dich in eben diese Berge, so solltest du die Berge kennen, wissen wie man sich Abseilt oder einen Berg erklimmt und allgemeine Reparaturen am Haus durchführt. Ein Handwerker wird bei einer Flutkatastrophe oder dem temporären Ausfall der öffentlichen Ordnung sicher nicht bei dir vorbei fahren um die verstopfte Toilette zu reparieren.

Du solltest dir aus der folgenden Liste also die für dich interessantesten Dinge aussuchen. Im Bestfall findest du gefallen daran und die Übungen machen dir spaß. Im schlimmsten Fall wird es zur Pflichtübung aber auch da solltest du in deinem eigenen Interesse dran bleiben. Bitte mach nicht den Fehler und suche dir nur Dinge aus die dir Spaß machen würden. Achte auch auf den Nutzen der Fähigkeiten in deiner Situation.

Die Fähigkeiten

Deine Fähigkeiten bestimmen, wie schon erwähnt, dein Leben und somit auch dein Überleben. Die Nachfolgende Auflistung der Fähigkeiten ist nicht nach Bedeutsamkeit gewichtet. Eine kurze Erklärung oder ein Fallbeispiel zeigen dir auch, warum ich diese Fähigkeiten für nützlich und in bestimmten Umständen für Überlebenswichtig halte. Ich spreche aus der Sicht der Gruppe, damit Einzelkämpfer sich ihre benötigten Fähigkeiten aussuchen können. Fähigkeiten und Kenntnisse die nicht zu einem Einzelkämpfer passen oder aber für diesen uninteressant sein dürften, werde ich entsprechend markieren bzw. erwähnen.

Überleben

Es klingt auf deutsch ein wenig merkwürdig, aber jedes Gruppenmitglied sollte mindestens einen Survival-Kurs absolviert haben. Die Ausbildung und das Biwak bei der Bundeswehr sind eine sehr gute Basis, reicht aber bei weitem nicht aus. Wieso? Die Bundeswehr drillt in Richtung Kriegseinsatz.

Bei meinem Fluchtrucksack merkte ich bereits, dass vieles gelehrt und verwendet wird, was man in einer Krise nicht benötigt. Einen Klappspaten beispielsweise braucht man beim Bund sehr häufig. In einer Krise wird man wohl keinen Alarmposten ausheben müssen und für das Feuerloch reicht üblicherweise ein stärkerer Ast. Ein Survival-Kurs ist eine “einmalige” Sache, da sich die Techniken nur minimal ändern und man relativ einfach im privaten auf dem neuesten Stand bleiben kann.

Je Nach Führer und Qualität der Ausbildung kostet eine solche Veranstaltung zwischen 50 und 500€ und ein Wochenende bis einer Woche. Achtet bei der Auswahl auch darauf, dass es kein “Abenteuerurlaub” ist, sondern wirklich eine Überlebensschulung. Achtet auch darauf, dass sich der Veranstaltungsort nicht zu sehr von eurer Umgebung abhebt. Wohnt ihr beispielsweise in den Bergen oder der Eifel, so lohnt es sich nicht im Hochmoor ein Überlebenstraining zu veranstalten, da sich die Vegetation und Möglichkeiten zu sehr unterscheiden.

081283_914f75a3[1]In einem Survival-Kurs lernt ihr alle grundlegenden Fähigkeiten, die ihr zum Überleben außerhalb eurer Komfortzone benötigt. Wie baue ich eine Notunterkunft? Wie entfache ich auf verschiedene Arten und Weisen ein Feuer? Wie finde ich trockenes Holz? Welche Pflanzen kommen als Notnahrung in Betracht und welche haben “heilende” Eigenschaften?

Viele Führer verkaufen oder verschenken auch weiteres Informationsmaterial zu den Pflanzen und geben oft Hilfreiche Tipps am Lagerfeuer. Als Prepper wäre es also interessant zu wissen, wie ich mein Feuer besonders rauchfrei bekomme und wie ich es “verstecke”. Bei Bedarf kann ich an dieser Stelle allerdings auch ein Tutorial dazu schreiben. Es ist aber immer besser es am eigenen Leib mit Beispielen zu sehen.

Der Kurs sollte des Weiteren die Fähigkeiten vermitteln um draußen ohne viel Aufwand ein „Shelter“ zu bauen. Also ein Unterschlupf. Dazu können Holz und andere Naturmaterialien verwendet werden. Gut wäre noch, wenn über Gefahren bei beispielsweise einer Höhlenübernachtung gesprochen wird.

Interessant ist auch das Filtern von Wassern mit Kohle aus dem Lagerfeuer. Sprecht eurem Lehrer darauf an ;)

Ernährung

Ebenfalls ein Thema, welches alle Gruppenmitglieder zumindest ansatzweise verstehen müssen. Die Ernährung. Unter allen Fähigkeiten ist diese eine der wichtigsten. In unserem Überlebenskurs haben wir gelernt, dass Brennnesseln und manche Beerenarten eine ungeheure Menge an Vitamin C enthalten. Doch was sollen wir nun mit dieser Information anstellen? Jeder weiß, dass Vitamin C wichtig für unseren Stoffwechsel ist doch nur wenige wissen, dass der Körper, wie beim Fett, nur eine bestimmte Menge an Vitamin C aufnehmen kann. Der Rest wird auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden.

Auch verändern sich die Bedürfnisse des Körpers. Während man im normalen Leben Kalorien eher meidet und versucht möglichst wenig Zucker und viel Eiweiß zu sich zu nehmen, verschieben sich die Prioritäten bei einer Notsituation. Hier zählt jede Kalorie und der Verbrennung von Zucker ist ein außergewöhnlich wichtiger Bestandteil im Laufe der Krise.

Man sollte sich also wenn möglich nicht bei den Weight Watchers zu diesem Thema anmelden, sondern eine neutrale oder besser noch, speziell dafür ausgelegte Schulung durchführen, um sich diese Fähigkeiten anzueignen.

Ein Beispiel wäre hier der Fall der 27 Jährigen Alma Bishops aus Oklahoma. Diese verlief sich im Frühjahr auf einer Trekkingtour in Finnland. Die gelernte Krankenpflegerin hatte sich im Rahmen ihres Berufes in der Ernährung weiter bilden lassen und privat eine kleine Gartenanlage bewirtschaftet. Nachdem sie am zweiten Tag der Orientierungslosigkeit ihr Lager aufschlug, Brennnesseln_Kühkopf[1]merkte Sie, dass ihre Beine schwer wurde und zu zittern begannen. Sie kannte das Phänomen aus ihrem Job. Sie wusste, dass es an Eisenmangel, zu wenig Salz oder Wasser in den Beinen liegen konnte. Da sie das Wasser in den Beinen ausschloß, verzehrte sie anstatt ihrer Notration einige Wildkräuter. Darunter Brennnesseln. Sie wusste, dass sich neben Vitamin C eine enorme Menge Eisen in diesen Pflanzen befindet und Brennnesseln eine entwässernde Wirkung haben. Am nächsten Morgen waren die Probleme in den Beinen nicht mehr zu spüren, sondern nur die Belastung der vergangenen Tage. Nach einigen auf- und Abstiegen fand sie zurück zu ihrer ursprünglichen Route und schloss die Tour ohne weitere Zwischenfälle ab.

Wie sich später heraus stellte, war der Trail auf dem sie war ein bekanntes Gebiet in denen Braunbären lebten. Da im Frühjahr die Cubs, also die Jungtiere der Bären gerade die ersten Erkundungen machten, war jede Stunde mehr die Bishops sich in diesem Gebiet aufhielt ein größeres Risiko von einer wütenden Bärenmutter angegriffen zu werden.

Diese Anekdote beschreibt, dass jedes Wissen und alle Fähigkeiten unter Umständen und ohne sein Wissen ein Leben retten kann. Es gab zwar keine akute Gefahr, aber wenn Bishops Beine am nächsten Tag weiterhin geschmerzt hätten, hätte sie unter Umständen etwas länger gelegen, sich etwas mehr Zeit mit dem Abbau ihres Lagers gelassen und wäre nicht so schnell auf die Route zurück gekehrt. Genug Zeit um versehentlich über ein Braunbärjunges zu stolpern.

Erste Hilfe

Dazu brauche ich nicht viel zu sagen oder? Die Erste Hilfe ist, wie schon häufig erwähnt,  eine der essentiellsten Fähigkeiten die man sich aneignen kann.

Psychologie

Gerade in einer Gruppe innerhalb einer Krisensituation ist es notwendig zu wissen, wie man Eskalationen vermeidet und die Moral oben hält. Menschen in Gefahren- und Stresssituationen verhalten sich anders als jene in ihrem gewohnten Umfeld. In diesen Situationen lohnt es sich, wenn man etwas von Gruppenpsychologie versteht. Gerade dann, wenn man die Gruppe Fähigkeitenanführen will/muss, ist es ratsam zu wissen, wann die Gruppenmoral am Boden ist. Die richtige Mischung aus Strenge und Verständnis ist hier enorm wichtig. Ich rate an dieser Stelle ab die Maßnahmen der Bundeswehr anzuwenden. Die psychologischen Profile und Fähigkeiten die einem dort vermittelt werden, zielen auf ausgebildete und (ansatzweise) disziplinierte Soldaten ab. Nicht jedoch auf den normalen Zivilisten und die ein oder andere Diva. Auch für Einzelkämpfer ist diese Fähigkeit brauchbar. Spätestens wenn man sich einer Gruppe Überlebender anschließt hat man mit ein wenig Geschick die Möglichkeit die Moral oben zu halten und somit ein wichtiger Bestandteil der Gruppe zu sein.

Nach dem Sturm Cathrina hatte eine Flüchtlingsgruppe ausgesagt, dass ihr überleben einzig und alleine ihrem “Gruppenführer” zu verdanken ist. Dieser hatte die Moral hoch und die Disziplin auf einem Minimum gehalten. Durch psychologische Tricks hatte er Teile der Gruppe wieder neuen Mut gegeben und sie aus der Gefahrensituation befreit.

 

Selbstverteidigung

Wie oben schon einmal erwähnt, ist die Selbstverteidigung ein wichtiger Punkt. Die Wahl der Selbstverteidigung bestimmt hauptsächlich deine eigene persönliche körperliche Verfassung. Gewicht, Größe, “Behinderungen” und Kraft sind Maßgeblich für die Wahl der Kampfkunst. Generell sollte eher eine Verteidigungsart gewählt werden, die darauf aus ist den Gegner Kampfunfähig zu machen und ihm im besten Fall für einige Zeit bewusstlos zu halten. Karate und einige Jiu Jitsu Arten eignen sich dazu besonders. Achte aber darauf, dass deine Verteidigungsart auch deinen Körpereigenschaften entspricht. Bei Karate wird viel auf Tritt und Schlagkombinationen gesetzt, was ein gewisses Maß an Kraft benötigt. Judo empfehle ich in keinem Fall, da sich hier Kraft und Hebelwirkung gegenseitig stützen müssen. Der Effekt ist auch nur von kurzer Dauer, da die Würfe zwar etwas Abstand zwischen dich und den Aggressor bringen, dieser sich aber sehr schnell wieder auf rappelt und dir keine Möglichkeit zur Flucht oder Präventivmaßnahmen wie Fesselungen lässt. Ich rate sehr von staatlichen Selbstverteidigungskursen, sowie Crashkursen ab. Man lernt eine brauchbare Verteidigungsform nicht innerhalb 10×4 Stunden. Etwas Zeit und Lust muss da schon mit gebracht werden. Gut wäre es, wenn die Kampfsportart auch die ein oder andere Entwaffnungstechnik enthält. Hier sind Fortbildungen bei der Bundeswehr oder der Polizei sehr empfehlenswert, da die dort vermittelten Fähigkeiten auf Effektivität ausgelegt sind ohne den Gegner zu schwer zu verletzen.

Ausrüstung

Du musst die Fähigkeiten besitzen deine Ausrüstung einzusetzen. Nicht nur das Einsetzen ist allerdings wichtig, sondern auch Kenntnisse über deren Belastbarkeit. Egal um welches Ausrüstungsstück es sich handelt, mache dich damit vertraut. Im Ernstfall hast du im Zweifel nicht die Möglichkeit dir die Gebrauchsanweisung durchzulesen. Mache dich auch bei Einweggegenständen mit diesen Vertraut und versuche diese, im Rahmen des Vorstellbaren, an die Grenzen ihrer Belastbarkeit zu bringen. Du wirst wohl kaum mit einem Wasserfilter eine Tür aufbrechen müssen. Du wirst es aber unter Umständen mit deinem Beil versuchen. Lerne auch mit deiner Unterkunft umzugehen. Baue alle aufbaubaren Dinge mehrmals auf und ab und wiederhole den Vorgang in regelmäßigen Abständen um dich mit ihrer Beschaffenheit auseinander zu setzen. Reinige deine Ausrüstung. Setze alles mehrmals auseinander und zusammen um auch im Dunkeln oder bei Dämmerlicht mit deiner Ausrüstung klar zu kommen oder diese zu reinigen. Mache dich mit deinen Kochern vertraut. Wie viel Brennstoff benötigen sie? Wie lange dauert es einen Liter Wasser zum kochen zu bringen? Wie viel und welche Brennstoffart wird dafür benötigt? Habe ich alternative Brennstoffarten für meinen Brenner zur Verfügung? Wie verhalten sich diese? Neben deinen Fähigkeiten bestimmt deine Ausrüstung den größten Teil deiner Überlebensfähigkeit. Behandle sie also entsprechend und setze sich mit ihr auseinander.

Kochen

Lerne ohne Strom zu kochen. Egal ob du nun einen Hobo-Kocher oder eine Gaskartusche gewählt hast. Du musst wissen welche Gefäße du verwenden kannst und welche Zutaten sich wie verhalten. Jeder der einmal gegrillt hat weiß, dass sich Lebensmittel über einer offenen Flammen immer anders verhalten als auf einem Herd. Bedenke dies. Koch ab und an simple Gerichte, auch aus deinem Notvorrat, auf deinem alternativen Kochgerät. aus Misserfolgen lernt man und wenn es gut schmeckt, hast du noch ein positives Feedback. Du wirst auch sehr schnell lernen, dass Instantsuppen und Ravioli aus der Dose durchaus gut schmecken können, wenn man Kräuter aus der Umgebung hinzugibt. Sei einfallsreich und experimentierfreudig. Mache dich auch mit deinem Kocher auf den Weg zu einer öffentlichen Feuerstelle und siehe dich dort um. Wie verhält sich dein Kocher bei Wind? Wie kann ich ihn schützen? Wie verhindere ich, dass ich selbst oder die Flamme gesehen werde während ich Koche?

Taktisches Vorgehen

Gerade wenn es in Richtung Flucht aus einem besetzten Gebiet geht muss man sich zwangsläufig Gedanken über ein taktisches Vorgehen machen. Aber auch wenn ihr von Zombies* belagert werdet ist es wichtig, dass ihr euch taktisch und vor allem unbemerkt fort bewegen könnt.

Im Rahmen dessen ist erneut die Ausbildung beim Bund und anderen Spezialeinsatzkräften empfehlenswert. Diese sind aber meistens auf Waldgebiete spezialisiert und können nicht auf unbemerktes Vorrücken im Stadtgebiet zurückgreifen. Hier ist es, gerade bei einer Panik, wichtig die Hauptstraßen zu meiden und um größere Städte generell einen großen Bogen zu schlagen.

Hier kann ich wenig Tipps außer dem Gebrauch des gesunden Menschenverstandes geben. Versetzt euch in die Lage derer denen ihr aus dem Weg gehen möchtet. Ohne Nahrung oder Flüssigkeit auf der Suche nach einem Laden oder Privathaushalt den man plündern könnte. Meidet die Stellen die euch in diesem Zusammenhang einfallen.

Damit sind nicht die Romero-Zombies gemeint.
Als Zombies werden von Preppern jene bezeichnet,
die sich nicht auf eine Krise vorbereitet haben
und nun schwarmartig die Vorbereiteten
überfallen und ausrauben.

Navigation

Fähigkeiten in der Navigation sind das A und O wenn es auf die Flucht geht. Wir verlassen uns heutzutage zu sehr auf unsere GPS Geräte und Mobiltelefone und vergessen dabei die alten Navigationsmethoden. Einiges wird euch sicher beim Survival-Kurs bei gebracht. Wichtig ist aber vor allem, dass ihr den Umgang mit einer Karte, sowie Karte und Kompass beherrscht. Seitlich Einschneiden, Rückwärts einschneiden und ähnliche Begriffe müssen euch etwas sagen! Auch solltet ihr in der Lage sein Höhenlinien ohne weiteres lesen zu können um geflutete Gebiete frühzeitig zu entdecken.

Macht euch ein Ziel! Es ist nie gut einfach nur drauf los zu laufen. Da könnt ihr auch einfach dort warten wo ihr seid und auf die “Rettung” warten. Wundert euch allerdings nicht wenn diese mit Sense und Umhang erscheint. Besorgt euch Kartenmaterial und markiert zu jedem Ziel das ihr für geeignet haltet mindestens eine Route und eine Alternativroute. Nicht jedes Ziel eignet sich für jede Krisensituation. Besorgt euch Material für das Gebiet, welches ihr mit eurem Transportmittel (Fahrrad, Zu Fuß) erreichen könnt und wollt, mindestens aber im Umkreis von 200 KM. Besorgt euch auch Informationen über die gewünschten Ziele. Lernt ihre besonderheiten kennen und schaut euch das Gebiet des Ziels mindestens einmal an. Orientiert euch dort mit eurem Kompass und den Sternen um ein wenig Übung zu erhalten und die Lage mit euren Möglichkeiten abschätzen zu können.

compass-626077_1280Wenn ihr die Möglichkeit habt, wandert eure gewünschte Tour ab. Kommen euch Rettungsmöglichkeiten in den Sinn? Gibt es Engpässe die blockiert sein könnten? Wie sieht es in einer Krise aus? Existiert mein Weg dann noch oder ist dieser überrannt?

Macht euch auch Gedanken über euer Ziel. Solltet ihr eine Krise haben in der die Menschen schnell über Leichen gehen, so solltet ihr kein Ziel in Erwägung ziehen das vielen als erstes einfällt. Solltet ihr in der Nähe dicht besiedelter Städte leben (Berlin, Köln, Frankfurt etc.), dann solltet ihr den nahegelegenen Wald meiden. Er wird von Menschen überlaufen und wenig Nahrung und Trinkwasser bieten können. Sucht euch nicht ganz so verlockende Ziele und setzt diese in Priorität.

Macht euch auch mit den Arbeitsweisen des THW und der Feuerwehr vertraut. In einer Krise in der eine schnelle Rettung ‘per Helikopter möglich ist, könnt ihr so auch ohne Notempfang oder Kommunikation feststellen wo die Rettungskräfte im Einsatz sind.

In allen anderen Situationen empfiehlt es sich, sich darüber Gedanken zu machen wo alle anderen hin wollen – und in die andere Richtung zu gehen.

Wichtig ist in jedem Fall: Laufe niemals ohne ein Ziel los! Man kann es nicht oft genug wiederholen.

Fremdsprachen

Dies ist eine der optionalen Fähigkeiten. Ihr benötigt sie nur wenn eine eurer Ziele im Ausland liegt. Dies bietet sich vor allem in Kriegsfall an. Meistens kommt man zwar mit englisch weiter, aber es empfiehlt sich sehr die Kultur und die Sprache der dort heimischen Menschen zu lernen. So reagieren sie freundlicher auf dich und Aggressoren aus Deutschland werden dich nicht so schnell erkennen.

Die Jagd

Grundsätzlich mag ich persönlich den Jagdsport nicht. Ich sehe seinen Nutzen im Rahmen der Artenbeschränkung und ich weiß auch, dass es viele als Hobby sehen. Ich mag es halt einfach nicht. Ist nicht mein Ding. Das ist meine Meinung und mein Problem. Ich verurteile keinen Jäger auch nicht jene die an Hetzjagten teilnehmen sondern akzeptiere ihren Beruf bzw. ihr Hobby. Nur weil es mir schleierhaft ist wieso man Tiere zum Spaß töten muss, heißt das nicht, dass es durchaus gute Gründe dafür geben kann und gibt. Aber das ist Einzelfallabhängig. Worauf ich nun eigentlich hinaus möchte ist, dass jede Gruppe mindestens eine Person haben sollte, die in der Lage ist ein Tier zu häuten und einen Fisch zu entnehmen. Die Zubereitung kann an einer anderen Stelle von einer anderen Person erfolgen aber man sollte sich wirklich mit diesem Thema beschäftigen. Wenn ein Tier schon zu deinem Überleben sterben muss, dann solltest du auch lernen wirklich alles mögliche des Tieres zu verwenden. Vom Fell bis hin zum Fett.

Bilde dir nicht ein du könntest dich ausschließlich von Beeren, Pflanzen und Insekten ernähren. Das wird spätestens in den Wintermonaten ein richtiges Problem für dich und der Hungertod ist nahe. Da wird es selbst den härtesten Veganer dazu bringen ein Reh zu erlegen. Ihr solltet es schnell und sauber erledigen können damit das Tier nicht unnötig leidet.

Wo erhalte ich diese Fähigkeiten?

Die meisten Volkshochschulen bieten Kurse in Sprache, Psychologie und Erste Hilfe an. Ich persönlich empfehle jedem einen solchen Kurs mindestens einmal im Jahr zu machen. Die Wahl des Kurses liegt natürlich bei euch, aber achtet auf eine ausgewogene Mischung.

Verteidigungskurse solltet ihr direkt in einem Sportzentrum oder, wenn möglich, in einem Dojo machen. Dort lernt ihr alles notwendige und ihr habt die Möglichkeit tatsächlich wirksame Angriffe und Abwehrtechniken zu erlernen.

1024px-Neckarsulm_Volkshochschule-beiNacht-20060124[1]Die Fähigkeiten beim Schießen erhaltet ihr im Schützenverein. Zur Jagd eher bei Fischereikursen oder speziell dazu ausgelegten Touristencamps. Wenn man sich ein wenig mit dem Führer unterhält bringt er euch mit Sicherheit das ein oder andere Extra in einer Krise bei.

Survivalkurse findet ihr ohne Ende im Netz. Ich empfehle allerdings http://www.tiefes-naturerleben.de/. Der Führer Benjamin ist nicht nur ein sehr angenehmer und ruhiger Mensch, sondern kann auch vieles aus der Richtung Krisenvorsorge, Survival und Wildpflanzen berichten. Das sollte schon drin sein bei einem Survival Kurs. Preislich ist Benjamin zwar recht hoch angesetzt, dafür nimmt er sich individuell Zeit für jeden Teilnehmer und bietet auch einen kostenlosen Ausrüstungsverleih für die Tour an.

 


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